02.10.2014, 10:32 Uhr

Deutsche Windtechnik entwickelt einzigartigen Schutzlack für Rotorblätter

Bremen / Hamburg - Die Deutsche Windtechnik AG hat zusammen mit dem Lackhersteller Colorvision aus Hamburg eine spezielle Beschichtung für Rotorblätter von Windenergieanlagen entwickelt. Damit wird der Erosionsschutz für Rotorblätter deutlich verbessert.

Die Anforderungen an eine Beschichtung für Rotorblätter sind sehr hoch. Mit einer neuen Beschichtung, Leading Edge Protectors (LEP), wartet nun die Deutsche Windtechnik AG aus Bremen auf.

LEP durchläuft Beschichtungs-Tests erfolgreich

Die nötige Verschleißfestigkeit des Leading Edge Protectors (LEP) wurde jetzt im Prüflabor des Instituts für Lacke und Farben ILF, Magdeburg, mittels Hochdruck-Wasserstrahltest bestätigt: Alle Prüfobjekte bestanden den Testdurchlauf ohne Oberflächendefekte. Der LEP zeichnete sich im Rahmen weiterer Testdurchläufe als zurzeit einziges Produkt am Markt mit hervorragenden Eigenschaften für den Einsatz im On- und Offshore Windpark aus, so die Deutsche Windtechnik AG.

Hohe Einsatz-Anforderungen an Temperaturspektrum und Luftfeuchtigkeit

„Unsere Forderung an den Einsatzbereich für die neue Beschichtung war ein weiter Temperaturbereich sowie eine Unempfindlichkeit gegen hohe Luftfeuchtigkeit. Dazu sollte sich das System einfach und fehlertolerant verarbeiten lassen“, schildert Stefan Brassel, verantwortlicher Leiter des Bereichs Rotorblattservice, die Ziele der Neuentwicklung. „Nach den vielfältigen Vorprüfungen und Erfahrungen aus dem Feld hat es uns sehr gefreut, nun auch eine Bestätigung durch ein anerkanntes Prüflabor in den Händen zu halten.“

Erste erfolgreiche Tests seit 2012: Breites Einsatzspektrum

Bereits 2012 wurden erste Applikationstests unter realen Bedingungen an Rotorblättern in einem Windpark in Deutschland (Binnenland) durchgeführt. Nach einem Jahr konnte kein Verschleiß oder ähnliche Beschädigung festgestellt werden. Es folgten UV-Tests und Adhäsionsversuche im Labor ohne negativen Befund. Im Mai 2014 bestätigten Labortests bei mehr als 90 % rel. Luftfeuchte, dass sich der Kantenschutzlack LEP in einem weiten Temperaturbereich bei hoher Luftfeuchtigkeit applizieren lässt.

Der LEP einget sich sowohl für den Einsatz während der Fertigung in einer Halle als auch für den Einsatz im Windpark am hängenden Rotorblatt im Rahmen von Wartungs- und Serviceeinsätzen. Aufgrund der zunehmenden Umlaufgeschwindigkeit sind die Vorkanten der Rotorblätter speziell im letzten Drittel Richtung Blattspitze besonders stark belastet. Selbst am Markt bekannte Schutzlacke und Folien bieten keinen dauerhaften Schutz über 20 Jahre, weswegen der Instandsetzung von Erosionsschäden im Rahmen von Inspektionsarbeiten ein immer größerer Stellenwert eingeräumt wird. Gerade hier sind Einsatzbereiche bei niedrigen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit gefordert.

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