28.11.2014, 08:10 Uhr

Deutschland verpasst das Solar-Zubauziel deutlich

Münster – Nach aktuellen Angaben des deutschen Solarverbands verfehlt Deutschland den anvisierten Zubaukorridor der Bundesregierung für neue Photovoltaik-Anlagen im laufenden Jahr 2014 deutlich. Bereits Mitte dieses Jahres stand die Frage, ob Deutschland seine Solar-Ausbauziele verpasst, bei IWR Online auf der Agenda.

Schon in den Anfangsmonaten von Januar bis April dieses Jahres war im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein deutlicher Rückgang bei den neu installierten Solaranlagen zu verzeichnen (IWR Online vom 04.06.2014). Dieser Trend hat sich im Laufe des Jahres weiter fortgesetzt. Im September 2014 wurde mit 110 Megawatt (MW) neuer Solarleistung ein neuer Jahrestiefststand erreicht. Auf Basis neuer Prognosezahlen bis Ende 2014 geht der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) nun fest davon aus, dass das Ausbauziel von 2.400 bis 2.600 MW pro Jahr nicht erreicht wird. Damit bestätigt der BSW Solar einen früheren Bericht von IWR Online.

Bisher noch nicht einmal 2.000 MW neu installiert

In den Monaten Januar bis November wurden laut Verband lediglich Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 1.700 MW installiert. Für die restlichen Tage in diesem Jahr wird vom Solarverband ein möglicher Leistungszubau von rund 300 MW prognostiziert. Dies erklärte der BSW-Solar gegenüber der Süddeutschen Zeitung (SZ).

Neu installierte Leistung bricht 2014 erneut ein

Mit dieser gesamten Jahreszubauleistung von 2.000 MW im Jahr 2014 wird Deutschland nicht nur deutlich hinter dem angestrebten Ziel zurückbleiben, es würde auch, verglichen mit der Zubauleistung im Jahr 2013, ein Minus von 39,4 Prozent bedeuten (2013:3.300 MW). "Ausgerechnet jetzt, wo Photovoltaik preisgünstig geworden ist, wird sie ausgebremst", kritisiert Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW gegenüber der SZ.

Quelle: IWR Online
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