Erneuerbare Energien in Deutschland: Fast 1,5 Millionen Anlagen erzeugen Ökostrom
Berlin - In Deutschland haben im Jahr 2013 insgesamt 1,48 Millionen Anlagen Strom aus regenerativen Energien erzeugt. Einsame Spitze ist dabei die Anzahl der Photovoltaik-Anlagen.
Wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mitteilt, wurden rund 1,4 Millionen Solaranlagen gezählt. Mit deutlichem Abstand folgt die Windenergie mit rund 23.000 Turbinen an Land und der Bioenergie mit knapp 13.600 Biomasseanlagen.
Ökostrom-Ranking: Niedersachsen vor Bayern und NRW
Im Bundesländer-Ranking führt dabei Bayern mit etwa 473.300 EEG(Erneuerbare-Energien-Gesetz)-fähigen Anlagen vor Baden-Württemberg (ca. 270.400) und Nordrhein-Westfalen (ca. 215.800). Die meisten Windenergieanlagen (etwa 5.360) standen onshore in Niedersachsen. Niedersachsen hat im Vergleich mit allen anderen Bundesländern auch den meisten Strom aus EEG-Anlagen erzeugt (22,94 Mrd. kWh). Danach folgten Bayern (20,55 Mrd. kWh) und Nordrhein-Westfalen (13,26 Mrd. kWh).
BDEW betont Notwendigkeit des Stromnetz-Ausbaus
Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, erklärte, dass mit dem steigenden Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung auch die Verantwortung der regenerativen Energieträger für das Gesamtsystem der Energieversorgung zunehme. „Die Markt- und Systemintegration der regenerativen Energien muss weiter vorangetrieben werden. Mit der Novellierung des EEG im vergangenen Jahr wurden dafür erste, richtige Schritte getan. Um die erneuerbaren Energien besser in das Gesamtsystem zu integrieren, muss zum Beispiel auch der Ausbau der Stromnetze - sowohl auf Übertragungs- als auch auf Verteilnetzebene - erfolgen", so Müller. Außerdem bleibe ein Bedarf an konventionellen Reserve-Kapazitäten für Zeiten bestehen, in denen die Erneuerbaren keinen Strom liefern.
Ausschreibungs-Gestaltung muss sorgfältig geprüft werden
Der BDEW bewertet auch den Auftakt für Ausschreibungen bei regenerativen Energien durch die PV-Freiflächen-Ausschreibung positiv. Die Ausschreibung von PV-Freiflächenkraftwerken sei aber nur der Anfang zur schrittweisen Markt- und Systemintegration von erneuerbaren Energien. Ab dem Jahr 2017 soll auch die Förderhöhe für die weiteren erneuerbaren Energien per Ausschreibung ermittelt werden. Die Übertragung der Ergebnisse für solare Freiflächenkraftwerke auf andere Technologien "müsse jedoch äußerst sorgfältig erfolgen, da es große Unterschiede hinsichtlich Technik, Planungszeiträumen, Genehmigungsrecht und Finanzierungsstrukturen" gebe. Insbesondere für Windenergie an Land seien aus BDEW-Sicht spezifische Ausschreibungsaspekte zu entwickeln, da "weder die Technologie, noch Projektentwicklung und Akteursstruktur mit solaren Freiflächenkraftwerken vergleichbar" seien. Der BDEW begleite die Vorbereitung der für 2017 geplanten Novelle des EEG weiter intensiv, so Müller.
Quelle: IWR Online
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