Erneuerbare überholen Braunkohle
Berlin – Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch ist auf ein neues Rekordhoch geklettert. Erstmals wurde mehr Strom aus den regenerativen Energien als aus Braunkohle produziert. Zudem übersteigt die tatsächliche Erzeugung grünen Stroms auch den Wert, von dem die Branche noch Ende Dezember 2014 ausgegangen war.
Nun ist es also hochoffiziell: Die erneuerbaren Energien waren in 2014 zum ersten Mal wichtigster Energieträger im deutschen Bruttostromverbrauch, dies bestätigt eine neue Veröffentlichung des Bundeswirtschaftsministeriums. Die regenerativen Energien trugen im Jahr 2014 mit einem Anteil von 27,8 Prozent deutschen Bruttostromverbrauch bei. Damit wurde zum ersten Mal die Braunkohle als wichtigste Stromquelle seit Jahrzehnten abgelöst. Im Wärme sowie im Verkehrssektor bleib die Bedeutung der Erneuerbaren 2014 nahezu unverändert.
Windenergie ganz vorne
Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland bleibt weiter auf Kurs. Dies belegen aktuelle Zahlen der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat), die im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) die Bilanz der erneuerbaren Energien vorgelegt hat. Der Staatsekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Rainer Baake, erklärte hierzu: "Der Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Bruttostromverbrauch hat im Jahr 2014 einen neuen Rekordwert von 27,8 Prozent erreicht. 2013 waren es 25,4 Prozent. Damit wurde aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse erstmals mehr Strom produziert als aus Braunkohle. Dadurch konnte die Emission von 147,9 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente vermieden werden.
18,8 Mrd. Euro Investitionen in erneuerbare Energien
Die gesamte Stromerzeugung der erneuerbaren Energien lag im Jahr 2014 bei 160,6 Mrd. Kilowattstunden Strom. Der BDEW war Ende Dezember von 157,4 Mrd. kWh ausgegangen. Die Windenergie (on- und offshore) bleibt dabei mit einem Anteil von 34,8 Prozent (ca. 56 Mrd. kWh) wichtigster Bestandteil der erneuerbaren Energien. Danach folgen die Biomasse mit 30,6 Prozent (ca. 49 Mrd. kWh) und die Photovoltaik mit 21,7 Prozent (ca. 35 Mrd. kWh).
Investitionen in Windenergie-Projekte dominieren
Auch bei den Investitionen in Neuanlagen steht die Windenergie mit auf Platz eins. Ihr Anteil an den Gesamtinvestitionen in erneuerbare Energien, also auch im Wärme- und Verkehrs-Sektor, liegt mit 12,3 Mrd. Euro bei 65,1 Prozent, gefolgt von der Photovoltaik mit 2,3 Mrd. Euro und einem Anteil von 12,3 Prozent. Insgesamt wurden in 2014 in Summe 18,8 Mrd. Euro in erneuerbare Energien investiert.
Im Wärmebereich blieb der Anteil erneuerbarer Energien mit 9,9 Prozent auf Vorjahresniveau: Im Verkehrsbereich ist der Anteil erneuerbarer Energien von 5,5 auf 5,4 Prozent leicht zurück.
Quelle: IWR Online
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