28.08.2026, 11:43 Uhr

Hamburg: Innovationsbranche Erneuerbare Energien wird zum Wachstumsmotor


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Hamburg – Die Erneuerbare-Energien-Branche hat sich in der Metropolregion Hamburg zu einem zentralen Wirtschafts- und Innovationsfaktor entwickelt. Das zeigt eine neue Studie des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH), erstellt von der Prognos AG und Cruh21 – Part of Drees & Sommer.

Über viele Jahre hat die Windenergie die Erneuerbaren-Branche in der Metropolregion Hamburg geprägt. Nach der aktuellen Studie „Erneuerbare Energien und klimaneutrale Energieversorgung" zeigt sich inzwischen eine hohe Dynamik auch in weiteren Feldern wie intelligenten Energiesystemen und -netzen, Solar- und Bioenergie sowie bei Batteriespeichern und Wasserstoff. Wie sich diese Entwicklung fortsetzt, hängt allerdings auch von den politischen Rahmenbedingungen auf Bundesebene ab.

31.000 Arbeitsplätze, 5,3 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung: Windenergie bleibt größter Teilbereich

Nach konservativer Berechnung der Prognos AG und Cruh21 sind der Branche derzeit rund 31.000 Arbeitsplätze und 5,3 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung zuzurechnen, wie die Studie zeigt. Zwischen 2010 und 2025 ist die Bruttowertschöpfung der Untersuchung zufolge jährlich um über elf Prozent gewachsen. Den größten Teilbereich bildet weiterhin die Windenergie mit rund 13.000 Arbeitsplätzen.

Rund 50 Wasserstoff-Projekte: Metropolregion Hamburg für den Hochlauf gut aufgestellt

Über die Beschäftigungswirkung hinaus ordnet die Studie die Metropolregion auch beim Wasserstoff-Hochlauf ein: Mit rund 50 Projekten ist die Metropolregion Hamburg den Studienautoren zufolge gut für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft aufgestellt. Studienautor Martin Wilferth von Cruh21 sieht darin mehr als eine Momentaufnahme: „Hamburg hat das Potenzial, sich als bedeutender Knotenpunkt für Produktion, Import und Verteilung von Wasserstoff und wasserstoffbasierten Energieträgern in Nordeuropa zu etablieren." Dem Hamburger Hafen komme dabei laut Wilferth eine Schlüsselrolle zu.

Batteriespeicher, Solar- und Bioenergie treiben Innovationsdynamik

Parallel zu Windenergie und Wasserstoff weist die Studie eine hohe Dynamik bei intelligenten Energiesystemen und -netzen sowie bei Solar- und Bioenergie aus. Hinzu kommen laut Untersuchung eine starke Forschungs- und Innovationslandschaft und eine wachsende Start-up-Aktivität in der Region. Prognos-Studienautorin Katharina Wilkskamp sieht darin einen Beleg für eine überregionale Spitzenposition: „Die Metropolregion Hamburg gehört heute zu den dynamischsten Standorten der Energiewende in Deutschland." Das zeige sich, so Wilkskamp weiter, nicht nur an Beschäftigung und Wertschöpfung, sondern auch an einer starken Forschungslandschaft, einer wachsenden Start-up-Szene und einer engen Vernetzung der Akteure.

EEHH-Geschäftsführer Jan Rispens sieht in den Ergebnissen vor allem strategischen Nutzen: „Für uns ist die Studie vor allem eine exzellente Grundlage, um unsere Clusterstrategie bis zum Jahr 2030 weiterzuentwickeln." Hamburgs Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard unterstreicht die wirtschaftspolitische Dimension: „Die Energiewende ist längst auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor."

Beschäftigungsrekord in Gefahr: Bertelsmann warnt vor politischem Kurswechsel

Wie eng Beschäftigung und Energiepolitik zusammenhängen, zeigt eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung, für die die Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) die Beschäftigungsberechnungen für 2024 und 2025 fortgeschrieben hat: Bundesweit hat die Branche der erneuerbaren Energien 2025 mit rund 436.000 Beschäftigten einen neuen Rekord erreicht, die Investitionen sind auf 37,5 Milliarden Euro gestiegen. Die Studie warnt zugleich vor einem politischen Kurswechsel. Bertelsmann-Arbeitsmarktexperte Roman Wink mahnt: „Wir dürfen den Ausbau der erneuerbaren Energien kein weiteres Mal abwürgen."

Auf Bundesebene hat das Kabinett am 29. Juli 2026 die EEG-Novelle 2027 und ein Netzanschlusspaket beschlossen. Die weitere parlamentarische Beratung steht nun an. Auch der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) kritisiert die Gesetze in ihrer jetzigen Form: Sie verfehlten nach Einschätzung des Verbands die im Koalitionsvertrag festgelegten Ausbauziele. Ob sich die Entwicklung der Branche – in Hamburg wie bundesweit – fortsetzt, dürfte auch von diesen Rahmenbedingungen abhängen.

Quelle: IWR Online

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