27.11.2014, 10:40 Uhr

Irena stellt überraschende Prognose für erneuerbare Energien in China

Peking, China – China hat sich zuletzt mehrere konkrete Energie-Ziele gesteckt. Unter anderem will das Land der Mitte bis 2025 etwa ein Fünftel seiner Energie mit Hilfe von emissionsfreien Technologien wie Wind- und Solarenergie gewinnen. Die Irena hat nun das enorme Potenzial für erneuerbare Energie in China aufgezeigt und dargelegt, welche Anstrengungen für ambitionierte Ausbauziele bei den Erneuerbaren unternommen werden müssten.

Die Internationale Agentur für erneuerbare Energien (Irena) hat in Zusammenarbeit mit dem China National Renewable Energy Centre den neuen Bericht „Renewable Energy Prospects: China” veröffentlicht. Demnach könnte der Anteil der erneuerbaren Energien von 2010 bis 2030 in China fast vervierfacht werden.

Anteil an Erneuerbarer kann vervierfacht werden

Während China den Anteil erneuerbarer Energien am Energieverbrauch von aktuell 13 auf 26 Prozent im Jahr 2030 verdoppeln kann, entspricht die Steigerung von 2010 auf 2030 fast einer Vervierfachung. Der Anteil an der Stromerzeugung kann bis 2030 von momentan 20 auf 40 Prozent gesteigert werden. China könnte somit weltweit größter Nutzer von regenerativen Energien werden.

REmap 2030: China ist wichtiger Player beim Klimawandel

“Als größter Energieverbraucher der Welt muss China eine Schlüsselrolle bei der weltweiten Energiewende spielen“, so Irena-Generaldirektor Adnan Z. Amin. “Chinas Energieverbrauch wird bis 2030 voraussichtlich um 60 Prozent steigen. Wie das Land diese Energie bereitstellt, wird bestimmen, ob die Welt den Klimawandel bremsen kann oder nicht.“ Der Irenea- Bericht „Renewable Energy Prospects: China” ist Teil der Erneuerbaren-Roadmap “REmap 2030”. Neben dem Ausbau-Potential in China werden auch andere Länder untersucht und ein Plan verfasst, wie der Anteil der Erneuerbaren im weltweiten Energiemix bis 2030 verdoppelt werden kann. Neben dem Stromsektor werden hier auch der Gebäude-, Industrie- und Verkehrssektor betrachtet.

Jährliche Investitionen von mehreren hundert Millionen US-Dollar fällig

China hat sich mit den USA darauf geeinigt, dass die CO2-Emissionen spätestens 2030 das Maximum erreichen werden. Zudem soll der Anteil der nicht-fossilen Energie deutlich erhöht werden. Der Anteil der erneuerbaren Energien im chinesischen Energiemix kann bis 2030 mit der aktuellen Förderpolitik allerdings auf nur 17 Prozent erhöht werden. Nach den Schätzungen der Irena sind jährliche Investitionen in Höhe von 145 Milliarden US-Dollar notwendig, um die 26-Prozent-Marke zu erreichen. Das wären pro Jahr 54 Milliarden US-Dollar mehr als bisher.

Der Ausbau der Erneuerbaren wird laut Irena gleichzeitig auch zu jährlichen Einsparungen von 55 bis 228 Milliarden US-Dollar bis 2030 führen, wenn man Faktoren wie Gesundheit und Emissionsminderungen berücksichtigt.

Quelle: IWR Online
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