19.09.2012, 17:15 Uhr

Japan: Atomausstieg jetzt ohne Datum?

Tokio - Nachdem in der vergangenen Woche bekannt wurde, dass Japans Regierungskabinett den Atomausstieg beschlossen hat, scheint es nun ein Ausstieg ohne Enddatum zu sein. Zunächst hatte es geheißen, dass die japanischen Atomkraftwerke in den 2030iger Jahren abgeschaltet werden sollen. Nun berichten Medien, dass die Regierung beim endgültigen Kabinettsbeschluss von einem konkreten Ausstiegsdatum abgerückt sei. Dementsprechend hätten sich Handelsminister Yukio Edano und Finanzminister Jun Azumi geäußert. Scheinbar hatte die japanische Industrie steigende Kosten befürchtet und Druck auf die Regierung ausgeübt.

Vor Fukushima: 30 Prozent Atomstrom

In Japan sind nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima vor rund eineinhalb Jahren innerhalb kürzester Zeit sämtliche der rund 50 Atomkraftwerke vom Netz genommen worden. Im Mai 2012 wurde der letzte Atommeiler ausgeschaltet. Im Juli 2012 wurden dann zwei Reaktoren im Kernkraftwerk Ohi unter großen Protesten wieder in Betrieb genommen. Die japanischen Kernkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von rd. 50.000 Megawatt (MW) hatten vor Fukushima rund 30 Prozent des japanischen Strombedarfs gedeckt.


© IWR, 2012