05.03.2014, 10:54 Uhr

Kraftwerk Metropolis: Wie sich die Städte der Zukunft mit Energie versorgen

Hannover - Städte sind Zentren der Wirtschaft und Kultur, die viel Energie benötigen. Diese Energie kommt bislang in der Regel von außerhalb. Das könnte sich in Zukunft ändern: Städte versorgen sich zunehmend mit eigener Energie. Erste Projekte lassen ahnen, in welche Richtung der Trend gehen könnte.

Auf die diese Entwicklungen, die für Unternehmen einen gigantischen Markt bedeuten könnten, weist die Deutsche Messe AG Hannover im Vorfeld einer Reihe von Konferenzen und Veranstaltungen zum Thema hin, die parallel zur Hannover Messe 2014 (7. bis 11. April) laufen.

London: Neue Themse-Brücke aus Solarmodulen

Als Beispiel wird eine neue Themse-Brücke in London angeführt, die vollständig mit Solarmodulen gepflastert ist. Die Anlage, so berichtete bei der Eröffnung der Auftraggeber British Rail, liefere genug Strom, um täglich 80 000 Tassen Tee zu kochen. Für Nicht-Engländer beeindruckender ist, dass das 6 000 Quadratmeter große Sonnendach ausreichend Strom liefert, um den direkt daran anschließenden Blackfriars-Bahnhof der Eisenbahngesellschaft zu versorgen -einer der größten Bahnhöfe Londons.

Studie: Berlin steigert Stromversorgung aus CO2-freien Quellen

Eine aktuelle Studie der Technischen Universität Berlin geht davon aus, dass die deutsche Hauptstadt ihre Stromversorgung aus CO2-freien Quellen von heute 25 Prozent auf künftig bis zu 60 Prozent steigern könnte. Ein Drittel aller Dachflächen mit Südausrichtung soll dafür mit Photovoltaikmodulen ausgestattet werden, jeweils 100 große Wohneinheiten werden an Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung angeschlossen und eine umfangreiche Sanierung des Gebäudebestandes mit Fassaden- und Dachdämmung sowie neuer Fenster wird umgesetzt. Allein diese Sanierung reduziert demnach den Energieverbrauch der Gebäude um 60 Prozent.

Milliardenmarkt für Unternehmen

Die Londoner Solarbrücke und die Perspektiven in Berlin beschreiben einen Trend, der in vielen Städten auf der Welt zu beobachten ist: Die Metropolen nehmen das Thema Energieversorgung zunehmend in die eigenen Hände, so die Einschätzung der Deutsche Messe AG. Auf Unternehmen und Stadtentwickler, die künftig dabei helfen, den Energieverbrauch der Metropolen zu decken, zu managen oder effizienter zu machen, warte daher ein Milliardenmarkt. Dazu zählt die Deutsche Messe Solarmodule, Kleinwind- und Biogasanlagen, Dämmungen für Häuser, Software für intelligente Stromnetze oder Ladeinfrastruktur für Elektroautos.

Diese Themen bieten Chancen und Herausforderungen. Die Metropolitan Solutions, die Smart City und Green-City-Konferenzplattform parallel zur Hannover Messe, adressiert den Bereich Energie im Rahmen der ICLEI Global Town Hall bei den Diskussionsrunden Smart Cities, Low-Carbon Development und Green Buildings.

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