02.04.2014, 13:40 Uhr

RENIXX mit Rückwind: Motech, Nordex und Solarcity vorne – Deutsche Post größter DAX-Gewinner

Münster – Der globale Aktienindex für erneuerbare Energien RENIXX World verbessert sich am Mittwochvormittag um 1,4 Prozent und nähert sich der 390-Punkte-Marke. Auch der deutsche Leitindex DAX kann zulegen und erreicht zur Mittagszeit etwa 9.620 Punkte (+0,2 Prozent).

Der RENIXX baut damit die Gewinne vom Vortag weiter aus. Die Einigung zwischen Bund und Ländern zum weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland haben scheinbar positive Effekte ausgelöst, auch wenn kaum noch Unternehmen aus dem internationalen RENIXX vom deutschen Markt abhängig sind. Am Devisenmarkt notiert derweil der Euro nahezu unverändert bei 1,38 US-Dollar. Die Feinunze Gold hat sich allerdings um 0,4 Prozent auf 1.284 US-Dollar verteuert.

Nordex legt kräftig zu

Neben dem taiwanesischen Solarzellen-Hersteller Motech (+11,5 Prozent, 1,36 Euro) ist vor allem der Hamburger Windenergieanlagen(WEA)-Hersteller Nordex (+6,9 Prozent, 12,83 Euro) einer der großen Gewinner. Offenbar gefallen die Beschlüsse bezüglich des Erneuerbare-Energie-Gesetzes (EEG), wonach die Windenergie weniger stark beschnitten werden soll als zunächst geplant, den Aktionären. Weitere Gewinner sind Solarcity (+5,4 Prozent, 47,84 Euro) und Trina Solar (+5,2 Prozent, 10,75 Euro).

Im DAX haben die Titel der Deutschen Post die Nase vorn (+3,6 Prozent, 28,17 Euro). Das Logistik-Unternehmen hat die neue "Strategie 2020" vorgestellt und will u.a. das EBIT Jahr für Jahr kräftig steigern. Die Aktie der Deutsche Börse AG gibt hingegen um 2,5 Prozent auf 56,42 Euro nach. Gegen die Tochterfirma Clearstream wird in den USA wegen möglicher Verstöße gegen Geldwäsche- und Sanktionsregeln ermittelt.

WTI-Ölpreis sinkt wieder unter 100-Dollar-Grenze

Der Preis für ein Barrel Rohöl der US-Sorte WTI liegt wieder unter der wichtigen Marke von 100 US-Dollar und notiert bei derzeit etwa 99,70 US-Dollar. Auch der Preis für ein Barrel der Sorte Brent gibt auf etwa 105,50 US-Dollar nach. U.a. soll ein steigendes Öl-Angebot in Libyen und Irak den Ölpreis drücken. Auch der Heizölpreis gibt leicht nach und kostet aktuell 80,1 Cent je Liter (inkl. MWST, bei Abnahme von 3.000 Litern). Autofahrer in Deutschland mussten am Dienstag im Schnitt wieder tiefer in die Tasche greifen. So stieg der Preis für einen Liter Super E10 auf 1,494 Euro und auch der Literpreis für Diesel hat leicht auf 1,35 Euro angezogen.

Der Preis für CO2-Zertifikate scheint sich zu stabilisieren: Nachdem er letzte Woche eine Talfahrt erlebte und gestern überraschend deutlich anstieg, liegt der Preis aktuell bei 4,85 Euro pro Tonne CO2. Die Preise für Grundlaststrom sind am Spotmarkt deutlich gesunken. Der Preis für eine Kilowattstunde (kWh) deutschen und französischen Strom ist im day-ahead-Handel um jeweils rund zehn Prozent gegenüber dem Vortag gesunken. Aktuell zahlen die Marktteilnehmer für eine kWh deutschen Strom 3,5 Cent, für französischen 3,6 Cent.

Sonne erhält Unterstützung vom Wind

Bestes Wetter für die Stromerzeugung aus Wind und Sonne im April. Die strahlende Sonne lässt die Stromproduktion in Deutschland steigen. So erzeugen Solaranlagen mit einer Leistung von rund 20.000 Megawatt (MW) Strom. Mit einer angenehmen Brise meldet sich auch die Windenergie heute zurück. Diese trägt am Mittag mit einer Leistung von 2.000 MW zur Stromproduktion bei. Zusammen liefern diese beiden Erneuerbaren 22.000 MW und sorgen so dafür, dass zur Mittagsspitze keine weiteren konventionellen Kraftwerke ans Netz gehen müssen. Ohne die Produktion aus erneuerbaren Energien müssten konventionelle Kraftwerke eine Leistung von etwa 70.000 MW bereitstellen. So sind es dagegen nur 48.000 MW, die zur nachfragestarken Zeit am Mittag benötigt werden.

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