17.08.2011, 17:09 Uhr

Shell kämpft mit Ölleck

Münster – Die Bilder der Ölpest im Golf von Mexiko, die durch die Ölbohrinsel Deepwater Horizon entstanden war, sind nach gut einem Jahr immer noch in den Köpfen vieler Menschen. Doch nun richtet sich der Blick auf die Nordsee. Dort strömt Medienberichten zufolge Öl aus einer Pipeline ins Meer. Betreiber der Leitung ist der Ölkonzern Royal Dutch Shell. Zwar scheint das Schadensausmaß im jetzigen Vorfall nicht so dramatisch zu sein wie es bei der BP-Plattform der Fall war. Doch Shell wurde im Laufe der vergangenen Tage von verschiedenen Seiten eine mangelhafte Informationspolitik vorgeworfen.

BP zeigt sich erholt

Als im April 2010 die Ölplattform Deepwater Horizon Auslöser für eine der größten Ölkatastrophen der Geschichte war, traf dies den verantwortlichen Konzern BP hart. Das Britische Unternehmen verzeichnete einen Verlust von 4,9 Mrd. US-Dollar in 2010. Und auch bei BP gab es harsche Kritik dafür, dass der Konzern lange Zeit nur scheibchenweise Informationen an die Öffentlichkeit weitergegeben hatte. Im Gegensatz zum Golf von Mexiko zeigt sich das Unternehmen BP jedoch gut erholt. Zumindest deuten die vor kurzem vorgelegten Zwischenergebnisse darauf hin. Im zweiten Quartal 2011 machte BP einen Gewinn von fünf Mrd. Dollar. Besonders der hohe Ölpreis begünstigte das Ergebnis. Auch der Aktienkurs hat sich wieder stabilisiert, das Niveau vor dem Zwischenfall hat der Kurs jedoch nicht wieder erreichen können.

Shell Aktie zunächst gefallen

Auch die Shell-Aktie reagierte zunächst mit deutlichen Verlusten auf die Nachrichten vom Ölleck und fiel nach dem Bekanntwerden vor etwa einer Woche auf unter 21 Euro zurück. Doch bereits kurz darauf erholte sich der Kurs wieder, die Aktie bewegt sich aktuell bei etwa 23 Euro. Nur wenige Wochen bevor das Leck an der Nordsee Pipeline auftrat, präsentierte Shell mit seinen Quartalszahlen noch einen Gewinn von acht Mrd. Euro im zweiten Quartal 2011, was gegenüber dem Vorjahreszeitraum einer Verdopplung entspricht.


© IWR, 2011