19.11.2013, 17:15 Uhr

Stromgutachten: BMWi befürwortet Kapazitätsmarkt

Berlin – Aufgrund der Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien gibt es in Deutschland eher zu viel als zu wenige Kapazitäten zur Stromerzeugung. Dennoch steigt die Sorge vor Blackouts, insbesondere Stromversorger warnen regelmäßig vor dem Ernstfall.

Der wissenschaftliche Beirat des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) weist nun darauf hin, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien allein nicht ausreichend Kapazitäten im Strommarkt mit sich bringe. Das Problem seien mangelnde Speicherkapazitäten für Strom aus Wind und Sonne.

BMWi: Erneuerbare gefährden Versorgungssicherheit

In einem Gutachten, das vergangenen Freitag vom BMWi veröffentlicht wurde, wird zwar explizit darauf hingewiesen, dass die Versorgungssicherheit in Deutschland so hoch wie in keinem anderen Land sei. Das aktuelle Strommarktdesign könne diese Versorgungssicherheit allerdings in Zukunft gefährden. Demnach gefährde der Ausbau der erneuerbaren Energien die Investitionen in konventionelle Kraftwerke, die zur Sicherstellung von Reservekapazitäten immer noch gebraucht würden, da noch keine zufriedenstellende Lösung für die Speicherung von Strom aus regenerativen Quellen wie Wind und Sonne existiere. Das BMWi empfiehlt daher einen zentralen Kapazitätsmarkt. Konkret bedeutet dies, einen wettbewerblich organisierten und ökonomisch fundierten Markt für Kraftwerkskapazitäten zu ermöglichen, sprich es soll nicht mehr für die erzeugte Elektrizität gezahlt werden, sondern allein für die Existenz abrufbarer Erzeugungsleistung. Auf Basis staatlicher Vorgaben sollen die Schaffung und Erhaltung von Kapazitäten gesteuert werden. Zusätzlich müsse kurz- und mittelfristig die Netzinfrastruktur verbessert werden.

Strategische Reserven sieht das Ministerium dagegen kritisch. Zukünftig will der wissenschaftliche Beirat die Forschung zur Sicherstellung einer stabilen Stromversorgung verstärken. Erste Studienergebnisse werden für das Frühjahr 2014 erwartet.

Weitere Informationen und Meldungen zum Thema


© IWR, 2013