RWE überrascht mit kräftigem Gewinnsprung zum Jahresauftakt – Wind und Solar sorgen für Rückenwind

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Essen – Der Energiekonzern RWE ist mit einem deutlichen Ergebnisanstieg in das Geschäftsjahr 2026 gestartet. Treiber waren vor allem bessere Windbedingungen in Europa, zusätzliche Erträge aus neuen Anlagen sowie ein positiver Sondereffekt aus den Niederlanden. Belastend wirkte hingegen die schwächere Entwicklung im Energiehandel.
RWE setzt den Ausbau seines Kraftwerks- und Erzeugungsportfolios zum Jahresbeginn weiter fort. Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte der Konzern seine bisherige Prognose. Erwartet wird ein bereinigtes EBITDA zwischen 5,2 und 5,8 Mrd. Euro. Auch die Dividende soll weiter steigen.
RWE-Q1-Gewinn steigt auf 1,6 Mrd. Euro
Im ersten Quartal 2026 erzielte RWE ein bereinigtes EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von 1,6 Mrd. Euro (Q1 2025: 1,3 Mrd. Euro). Das bereinigte Nettoergebnis lag bei 0,6 Mrd. Euro (Q1 2025: 0,5 Mrd. Euro). Das bereinigte Nettoergebnis je Aktie stieg ebenfalls deutlich und erreichte 0,85 Euro (Q1 2025: 0,68 Euro), ein Plus von 25 Prozent.
Zu den wichtigsten Ergebnistreibern zählten nach Unternehmensangaben deutlich bessere Windbedingungen in Europa sowie zusätzliche Erträge aus neuen Wind- und Solaranlagen. Seit Ende März 2025 hat RWE neue Windparks, Solarparks und Batteriespeicher mit einer Gesamtkapazität von 2,3 Gigawatt in Betrieb genommen. Positiv wirkte sich zudem eine Entschädigungszahlung des niederländischen Staates aus. Belastet wurde das Quartalsergebnis hingegen durch die schwächere Entwicklung im Energiehandel.
RWE-Portfolio: Ausbau der Erzeugungskapazitäten schreitet voran
Den Ausbau seines Kraftwerks- und Erzeugungsportfolios setzte RWE auch zu Jahresbeginn fort. Allein im ersten Quartal investierte der Konzern netto rund 2,3 Mrd. Euro. Für das Gesamtjahr plant das Unternehmen Netto-Investitionen zwischen 6 und 8 Mrd. Euro.
Aktuell befinden sich Anlagen mit einer Gesamtleistung von 10,4 Gigawatt im Bau. Einen Schwerpunkt bilden dabei Offshore-Windprojekte. Nach Angaben von Finanzvorstand Michael Müller erzeugen die ersten Turbinen der Projekte „Sofia“ in Großbritannien und „Thor“ in Dänemark bereits Strom. Insgesamt will RWE im laufenden Jahr mehr als 4 Gigawatt neue Kapazitäten ans Netz bringen.
Entwicklung der Segmente: Offshore-Windenergie treibt Ergebnis
Besonders stark entwickelte sich das Segment Offshore Wind. Das bereinigte EBITDA stieg auf 0,57 Mrd. Euro (Q1 2025: 0,38 Mrd. Euro). Hintergrund waren vor allem höhere Stromproduktionsmengen infolge normalisierter Windverhältnisse nach einem schwachen Windjahr 2025.
Auch im Bereich Onshore Wind/Solar legte das bereinigte EBITDA leicht zu und erreichte 0,51 Mrd. Euro (Q1 2025: 0,50 Mrd. Euro). RWE profitierte dabei vom Ausbau der Erzeugungskapazitäten und von besseren Windbedingungen in Europa. Dämpfend wirkten niedrigere Strompreise sowie Wechselkurseffekte beim US-Dollar.
Deutlich verbessert zeigte sich das Segment Flexible Erzeugung. Das bereinigte EBITDA stieg auf 0,66 Mrd. Euro (Q1 2025: 0,38 Mrd. Euro). Ausschlaggebend war eine Entschädigungszahlung in Höhe von 0,33 Mrd. Euro durch den niederländischen Staat. Hintergrund waren frühere gesetzliche Einschränkungen der Kohleverstromung im Kraftwerk Eemshaven.
Belastend wirkte hingegen die Entwicklung im Energiehandel. Das bereinigte EBITDA des Segments fiel auf -0,08 Mrd. Euro (Q1 2025: 0,02 Mrd. Euro). RWE begründete dies vor allem mit einer schwachen Performance im Eigenhandel. Trotz des schwachen Jahresauftakts hält der Konzern für 2026 weiterhin an seiner Prognose eines Segmentergebnisses zwischen 0,1 und 0,5 Mrd. Euro fest.
Hohe Investitionen lassen Verschuldung steigen
Zum 31. März 2026 lag die Nettoverschuldung des Konzerns bei 15,6 Mrd. Euro. Der Anstieg gegenüber Ende 2025 ist insbesondere auf hohe Investitionen sowie saisonale Effekte beim operativen Cashflow zurückzuführen, teilte RWE mit.
Trotz der höheren Verschuldung geht das Unternehmen davon aus, die selbst gesetzte Obergrenze beim sogenannten Leverage Factor – dem Verhältnis von Nettoschulden zum bereinigten EBITDA – weiterhin einzuhalten.
Ausblick 2026: Prognose und Dividende bestätigt
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte RWE seine bisherige Prognose. Erwartet wird ein bereinigtes EBITDA zwischen 5,2 und 5,8 Mrd. Euro. Das bereinigte Nettoergebnis soll zwischen 1,55 und 2,05 Mrd. Euro liegen. Beim bereinigten Nettoergebnis je Aktie rechnet der Konzern mit 2,20 bis 2,90 Euro.
Zugleich bekräftigte RWE sein Dividendenziel für 2026. Die Ausschüttung soll auf 1,32 Euro je Aktie steigen.
Quelle: IWR Online
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