11.05.2012, 15:22 Uhr

Vier deutsche Kernkraftwerke abgeschaltet und keiner hat’s gemerkt

Münster - Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit wurden im April 2012 vier Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet. Das Atomkraftwerk Brokdorf mit einer Leistung von 1.480 MW musste auf Grund von Befunden an Niederhaltefedern außerplanmäßig heruntergefahren werden und produziert seitdem keinen Strom mehr. Die für August geplante Revision wird vorgezogen. Das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld mit einer Leistung von 1.345 MW wurde am 21.April 2012 vom Netz genommen und ist seitdem ebenfalls nicht mehr produktiv gewesen. Anlässlich eines Ereignisses in einem anderen Kernkraftwerk wurden im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld vorsorglich Feinsicherungen von elektronischen Baugruppen überprüft. Als Ergebnis wurden vereinzelt „nicht spezifikationsgerechte Feinsicherungen“ vorgefunden, hat E.ON mitgeteilt. Auch das Kernkraftwerk Grohnde (1.430 MW) war zwischen dem 05. April und dem 22. April wegen des Brennelementwechsels und der jährlichen Anlagenrevision vom Netz. Es wurde zudem eine rissartige Anzeige an einer Kleinleitung eines Entwässerungssystems festgestellt.

Atomkraftwerk Gundremmingen ebenfalls abgeschaltet: Häufen sich Schäden an den Brennelementen?

Auch das im Süden Deutschlands von RWE betriebene Kernkraftwerk Gundremmingen (Block B) wurde am 30.03.2012 abgeschaltet. Block B befindet sich seitdem in Revision und hat im April 2012 keinen Strom produziert. Insgesamt 12 Brennelemente sollen ausgetauscht worden sein, drei sollen defekt gewesen sein. Bereits Ende letzten Jahres wurde das Kernkraftwerk Gundremmingen bekannt, nachdem Block C des AKW ausgefallen war und die Kaltreserve in Österreich vorsorglich aktiviert werden musste. Undichte Brennelemente als Ursache für Störungen in Kernkraftanlagen werden in verschiedenen Meldungen immer häufiger genannt. Die Gründe für defekte Brennelemente können beispielsweise in systematischen Herstellerfehlern oder in Überlastungen beim Einsatz liegen.

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