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19.09.2012, 11:50 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Strompreise: Trend an der Strombörse geht zum Kurzfristhandel

Leipzig, Münster - An der Energiebörse European Energy Exchange (EEX) in Leipzig geht man für den Strombereich davon aus, dass der Kurzfristhandel immer mehr an Bedeutung gewinnt. Gleichzeitig nimmt das Handelsvolumen für Termingeschäfte mit Strom ab. Wie Peter Reitz, Vorstandvorsitzender der EEX, im Interview mit der "Zeitung für kommunale Wirtschaft" erklärte, gebe es seit Fukushima große Unsicherheiten am Markt, welche die Teilnehmer zu großer Vorsicht bei langfristigen Positionen veranlasse. In Zahlen ausgerückt haben sich die Volumina am Spotmarkt, an dem die EEX über die European Power Exchange (EPEX) beteiligt ist, im ersten Halbjahr 2012 gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent auf 171 Mrd. Kilowattstunden (kWh) erhöht. Am Terminmarkt ist die umgesetzte Menge hingegen um 22 Prozent auf 481 Mrd. kWh eingebrochen. Einen Hauptgrund für diese Verschiebung sieht Reitz im wachsenden Anteil von Strom aus den schwankenden regenerativen Energiequellen Wind und Sonne, wodurch ein kurzfristigerer Handel an Relevanz gewinnt.

Preise am Spotmarkt sinken

Die Strompreise am Spotmarkt der EPEX sind in 2012 gegenüber dem Vorjahr bislang trotz der gestiegenen Volumina deutlich gesunken. Auf Jahressicht (Januar bis August) liegen die durchschnittlichen Börsenstrompreise von 2012 mit 4,29 Cent/kWh (Base Load) um satte 16 Prozent unter denen des Vorjahreszeitraums (Jan. - Aug. 2011: 5,14 Cent/kWh). Der durchschnittliche Peak Load-Preis für den Zeitraum Januar bis August 2012 lag mit 5,27 Cent/kWh etwa 13 Prozent unterhalb des Wertes für den Vergleichszeitraum in 2011 (Jan. - Aug. 2011: 6,08 Cent/kWh). Allerdings können die Haushalts-Stromkunden bislang von diesen sinkenden Preisen nicht profitieren, denn die Stromversorger geben die Preissenkungen durch die erneuerbaren Energien nicht entsprechend an die Verbraucher weiter.

Sinkender Börsenstrompreis erhöht EEG-Umlage

Gleichzeitig führen die anhaltend sinkenden Börsen-Strompreise dazu, dass die EEG-Umlage für die Stromhaushalte im nächsten Jahr vermutlich deutlich steigen wird. Der Rückgang der Strompreise in 2012 um etwa einen Cent gegenüber 2011 würde bei 100 Mrd. kWh EEG-Strom, die 2012 vermarktet werden, zu rd. einer Mrd. Euro weniger Einnahmen auf dem EEG-Umlagekonto führen als geplant. Dieser Fehlbetrag wird über eine höhere EEG-Umlage von den Stromverbrauchern ausgeglichen werden müssen. Ein Mechanismus, der das EEG-Umlagekonto und in der Folge die an der Umlage beteiligten Letztverbraucher belastet. Mitte Oktober werden die Übertragungsnetzbetreiber die Höhe der EEG-Umlage für 2013 verkünden.

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© IWR, 2012







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