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04.01.2017, 08:05 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Ölkonzerne müssen Treibhausgase senken

Berlin - Im Jahr 2017 steigt die Klimaschutz- oder Treibhausgasquote in Deutschland von bisher 3,5 auf vier Prozent. Die Mineralölkonzerne müssen in Folge dessen den Ausstoß der Treibhausgase ihrer Kraftstoffe weiter senken, so der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie.

Im Jahr 2017 sind Mineralölkonzerne verpflichtet, den Ausstoß an Treibhausgasen ihrer Kraftstoffe um vier Prozent senken. Das kann beispielsweise mit der Beimischung von Biodiesel oder Bioethanol erreicht werden. Der Biokraftstoffverband ist dennoch unzufrieden mit der Politik und kritisiert das Bundesumweltministerium wegen schlechter Ordnungspolitik.

Biokraftstoffe erreichen Anteil von 5,2 Prozent

Biokraftstoffe verringern den Treibhausgasausstoß um durchschnittlich 70 Prozent im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen, so eine Studie der zuständigen Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Biodiesel und Bioethanol hatten 2015 einen Anteil von 5,2 Prozent am deutschen Kraftstoffmarkt. „Die Klimaschutzquote führt zu spürbaren Treibhausgaseinsparungen im Straßenverkehr, dem Sorgenkind des Klimaschutzes“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer beim Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB).

Biokraftstoffe dürfen das volle Potential nicht ausschöpfen

Das volle Potential für den Klimaschutz durch Biokraftstoffe wird jedoch nicht ausgeschöpft. Besonders drastisch zeigt sich die bisherige Fehlentwicklung beim Absatz von Dieselkraftstoff, der in Deutschland seit 2010 von 32,5 auf 36,8 Mio. t im Jahr 2015 gestiegen ist (13,2 Prozent). Gleichzeitig sank der Anteil von Biodiesel um 26,6 Prozent. „Immer mehr fossiler Diesel - das ist die Realität in Deutschland. Es fehlt offenbar der politische Wille des zuständigen Bundesumweltministeriums, Klimaschutz beim mengenmäßig wichtigsten Kraftstoff durchzusetzen, also beim Diesel“, sagte Baumann.

Verband kritisiert schlechte Ordnungspolitik
Ein Beispiel schlechter Ordnungspolitik ist die zukünftige gesetzliche Ausgestaltung der Klimaschutzquote, die nach einer EU-Richtlinie bis zum Jahr 2020 sechs Prozent Treibhausgasminderung erreichen muss. Der Verband fordert schon länger, dass die Klimaschutzquote bis 2020 in kleinen Schritten jährlich ansteigt. Nur so könne sich die Wirtschaft auf die Entwicklung einstellen. „Das Bundesumweltministerium will ohne Not einen großen Sprung innerhalb eines Jahres von vier auf sechs Prozent im Jahr 2020 riskieren, der absehbar zu Verwerfungen führen wird“, sagte Baumann. Obwohl die Argumente der Biokraftstoffindustrie von anderen Akteuren geteilt werden, ist eine stufenweise jährliche Anpassung bisher nicht in Sicht. „Das Bundesumweltministerium riskiert durch seine Untätigkeit, im Jahr 2020 das verbindliche europäische Ziel von 6 Prozent Treibhausgasminderung zu verfehlen“, sagte Baumann.

Quelle: IWR Online
© IWR, 2017

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