30.11.2011, 15:18 Uhr

Potenzial von Pumpspeicher-Kraftwerken in Ruhrgebiets-Schächten

Duisburg, Essen, Bochum - Eines interdisziplinäres Forscherteam will untersuchen, inwieweit das Ruhrgebiet mit seinem weit verzweigten unterirdischen Schachtsystem für die Speicherung von regenerativ erzeugtem Strom geeignet ist. Die Experten von der Universität Duisburg-Essen (UDE) und der Ruhr-Universität Bochum (RUB) arbeiten mit Fachleuten des Steinkohlenbergbau-Betreibers RAG in Herne zusammen und werden unterstützt vom Mercator Research Center Ruhr (MERCUR), der Stiftung Mercator und der Universitätsallianz Metropole Ruhr (UAMR). Im Prinzip soll bei hohem Strombedarf das Wasser aus dem hochgelegenen Speicherbecken abgelassen und zur Stromerzeugung über eine Turbine in das unterirdische Rohrsystem geführt werden. Wird mehr Wind- oder Solarenergie erzeugt als verbraucht, so wird der überschüssige Strom verwendet, um das Wasser wieder zu heben. Dazu möchten die UAMR-Wissenschaftler die vorhandenen Gruben und Strecken des Ruhrbergbaus nutzen.

Die Ergebnisse der Forschergruppe zeigen das erhebliche Potenzial einer solchen Technik. So sind z.B. mehrere Größenordnungen an Pumpspeicheranlagen denkbar, abhängig von der jeweiligen Bergwerksinfrastruktur. Deshalb sollte jedes Bergwerk individuell bewertet werden, um die bestehende bergbauliche Infrastruktur optimal einbinden zu können. Prof. Niemann vom Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft an der UDE: "Die oftmals vernetzten Anlagen im Ruhrgebiet bieten besonders flexible Ausgangsbedingungen für die Pumpspeichertechnik und besitzen ein rechnerisches Potenzial im hohen zwei- bis dreistelligen Megawatt-Bereich."

Unterstützung kommt auch aus dem NRW-Umweltministerium. Minister Johannes Remmel: "Bei diesem Thema gibt es nur Gewinner. Diese Art der Bergbaufolgenutzung bietet nicht nur der Region interessante Perspektiven, sondern kann auch dazu beitragen, die hochrelevante Energiespeicherfrage umweltschonend lösen zu helfen."

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