20.08.2014, 17:32 Uhr

PV-Nachrüstung: Es fehlen noch 200.000 Solaranlagen

Münster – Etwa die Hälfte der rund 400.000 Photovoltaik(PV)-Anlagen in Deutschland, die eine sogenannte 50,2-Hertz-Nachrüstung durchzuführen haben, benötigt noch ein solches Update. Dies betrifft alle vor 2012 in Betrieb genommenen Anlagen mit einer Leistung von mehr als 10 Kilowatt (kW).

Durch die Umrüstung können die Anlagen Frequenzschwankungen im Stromnetz besser ausgleichen, teilt die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) mit. Zwar sei bereits etwa die Hälfte der Anlagen umgerüstet, doch gerade bei den mittelgroßen Anlagen sei der Zeitplan in Verzug geraten.

Unterstützung im Internet für Anlagenbetreiber

"Die Nachrüstung der größeren Solarstromanlagen sorgt dafür, dass die Stabilität der Netze und die hohe Versorgungsqualität in Deutschland heute und in Zukunft gewahrt bleiben", betont Philipp Vohrer, Geschäftsführer der AEE. "Je größer der Anteil der Erneuerbaren an der Stromversorgung wird, desto größer wird auch ihre Verantwortung für die Netzsicherheit", so Vohrer weiter. Daher erhalten deutschlandweit rund 400.000 große und mittelgroße Solarstromanlagen ein für die Anlagenbetreiber kostenloses Update der Wechselrichter. Die Hälfte der betroffenen Anlagen sei nach Angaben der Netzbetreiber bereits umgerüstet. Aber die rund 90.000 mittelgroßen Anlagen zwischen 30 und 100 kW sollten eigentlich schon bis Ende Mai nachgerüstet sein. Die Nachrüstung ist jedoch laut AEE bis heute noch nicht komplett abgeschlossen. Dies liege an der relativ komplexen Handlungskette von Netzbetreiber, Anlagenbesitzer, Handwerker und Hersteller. "Diese Akteurskette hat zu leichten Verzögerungen im Nachrüstungsprozess geführt", stellt Vohrer fest. Der Umrüstungspflicht unterliegen alle Anlagen, die eine höhere Leistung als 10 kW aufweisen bzw. alle Anlagen, deren Inbetriebnahme vor 2012 erfolgte. Das Update ist für die Anlagenbetreiber kostenlos und bringt laut AEE keine Nachteile mit sich.

Netzstabilität sichert hohe Versorgungsqualität in Deutschland

Der Vorteil nach der Umrüstung liegt darin, dass die Anlagen Frequenzschwankungen dann besser ausgleichen können. Schalteten sich die PV-Anlagen bei einer erhöhten Netzfrequenz von 50,2 Hertz bislang aus Sicherheitsgründen automatisch ab, so kann die automatische Abschaltung nach der Umrüstung schrittweise und kontrolliert erfolgen. Somit wird das Risiko vermieden, dass sich viele Anlagen aufgrund eines Netzfehlers gleichzeitig abschalten, wodurch es zu einer zu geringen Strommenge im Netz kommen würde. Die Stabilität der Netze und somit die hohe Versorgungsqualität in Deutschland für heute und in Zukunft wird dadurch gesichert, so die AEE.

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