14.10.2014, 09:41 Uhr

Stromtrasse Nord.Link: Norwegen wird mit Deutschland verkabelt

Oslo – Die norwegische Regierung hat die erforderlichen Lizenzen für den Bau der ersten Stromverbindung zwischen Norwegen und Deutschland erteilt. Damit ist der Weg für eine direkte Verbindung der beiden Strommärkte frei.

Durch die Lizenzenvergabe der norwegischen Regierung kann die Seekabelverbindung zwischen Norwegen und Deutschland nun realisiert werden. Die Stromverbindung mit dem Namen Nord.Link gehört jeweils zu 50 Prozent dem norwegischen Netzbetreiber Statnett sowie der DC Nordseekabel GmbH & Co. KG. An der Gesellschaft DC Nordseekabel wiederum sind die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der niederländische Netzbetreiber Tennet zu gleichen Teilen beteiligt.

Nord.Link und die EU: Projekt ist Teil der transeuropäischen Energie-Infrastruktur

Das Projekt Nord.Link ist ein 623 Kilometer langes Gleichstrom-Seekabel, das über eine Übertragungskapazität von 1.400 Megawatt verfügt. Es soll bis 2018/19 errichtet werden. Das Nord.Link-Projekt ist Bestandteil des deutschen Netzentwicklungsplans sowie des Bundesbedarfsplans. Von der Europäischen Union wurde es als Projekt „von gemeinsamen Interesse“ gemäß den Leitlinien für eine transeuropäische Energie-Infrastruktur eingestuft.

Weiteres Kapitel deutsch-norwegischer Zusammenarbeit

Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel (SPD), begrüßte die Entscheidung der Norweger: "Ich freue mich, dass die norwegische Regierung die Lizenzen für das Nord.Link-Kabel erteilt hat. Auf der deutschen Seite liegen die notwendigen Genehmigungen bereits vor. Damit ist der Weg für eine neue Seekabelverbindung zwischen Norwegen und Deutschland frei. Mit dieser ersten direkten Verbindung zwischen unseren beiden Strommärkten schlagen wir ein weiteres Kapitel deutsch-norwegischer Zusammenarbeit auf. Nord.Link wird zu mehr Versorgungssicherheit auf beiden Seiten beitragen. Denn diese Verbindung ermöglicht den Austausch erneuerbarer Energien - insbesondere von Wasserkraft und Windkraft. Damit wird ein weiteres wichtiges Projekt im Rahmen des Bundesbedarfsplans entscheidend vorangebracht."


© IWR, 2014