24.02.2015, 08:02 Uhr

abakus solar baut auf Ausschreibungen in Deutschland

Gelsenkirchen – Der Systemwechsel beim Solar-Ausbau in Deutschland hin zu Ausschreibungen und auch die konkrete Ausgestaltung dieser Regeln haben in der Solarbranche für viel Kritik gesorgt. Auf Unverständnis trifft dabei u.a. das kleine Auktionsvolumen, der hohe Bürokratie-Aufwand und das befürchtete Ende der Bürgerbeteiligung. Doch auch innerhalb der Branche sind anderslautende Stimmen zu vernehmen, eine davon kommt aus Gelsenkirchen.

Die abakus solar AG hat erklärt, ihre Aktivitäten in der Entwicklung von Photovoltaikprojekten in Deutschland zu verstärken. Damit reagiert das Unternehmen aus Gelsenkirchen auf die zuletzt von der Bundesregierung beschlossenen Rahmenbedingungen für Ausschreibungen zur Realisierung von PV-Freiflächenanlagen. "Wir freuen uns, dass die Politik die Notwendigkeit erkannt hat, solaren Großanlagen in Deutschland erneut eine Chance zu geben", sagt Roland Wigger, Vorstandsvorsitzender der abakus solar AG.

Verordnung zu Solar-Ausschreibungen als neue Chance

"Die von der Bundesregierung verabschiedete Verordnung für das Bieterverfahren ist für abakus eine Chance, erneut die Planung und Umsetzung von großen Photovoltaikprojekten in Deutschland zu verfolgen", so Wigger weiter. In Deutschland kann abakus bereits auf eine Reihe von erfolgreich selbst entwickelten Projekten zurückblicken, die auf Dach- und Freiflächen realisiert wurden. abakus solar ist ein international tätiges PV-Systemhaus, das seit 1995 Solarprojekte von der Kleinanlage bis zum Megawatt-Solarparkentwickelt, konzeptioniert und realisiert.

Fertig entwickelte PV-Projekt in der Schublade

"Wir schauen uns zur Zeit verschiedene Optionen und Geschäftsmodelle an und bereiten uns darauf vor, im diesem und im nächsten Jahr in Deutschland wieder Projekte umsetzen zu können. Dafür haben wir ein Budget verfügbar, mit dem wir eigene Projektentwicklungsaktivitäten im Sinne von Flächensicherungen, Begleitung der Bauleitplanung etc. verfolgen werden", erklärt Wigger den Ansatz. "Trotzdem sind wir aber auch für Kooperationsansätze mit externen Entwicklern offen, denn wir wissen, dass eine Reihe von Projektentwicklern in Deutschland teilweise fertig entwickelte Projekte in der Schublade haben, die nach den EEG Vergütungskürzungen der letzten Jahre nicht mehr rentabel waren. Unser Ziel ist es, genau diese Projekte zum Erfolg zu führen in dem wir beispielsweise mit der Finanzierung der Projektentwicklungskosten zur Seite stehen. Mit unseren Partnern auf der Investorenseite stehen wir bereit, entsprechende Projekte zu finanzieren und zu bauen", so Wigger weiter.

Auch Belectric-Chef Beck sieht Systemwechsel grundsätzlich positiv

Die Gelsenkirchener sind nicht die einzigen, die dem neuen Regime beim PV-Ausbau etwas Positives abgewinnen können. Der Solar-Unternehmer Bernhard Beck, Geschäftsführer der Belectric-Gruppe, sieht auch Vorteile im neuen System. Wie er im Interview mit den Solarthemen erklärte, sehe er eine Chance im Ausschreibungsmodell, weil man damit weg komme von den politisch geprägten Einspeisetarifen. Wenn die Bundesregierung Freiflächen-Solarkraftwerke haben möchte, dann sei es nicht falsch, wenn die Solarindustrie ihren Preis definiere, zu dem sie diese liefern kann, erklärte Beck. Doch der Solar-Pionier wies auch auf Mängel in der konkreten Ausgestaltung hin. Beck gegenüber den Solarthemen: "Aber mit der nun geplanten Restriktion in der Fläche wird das marktwirtschaftliche Instrument nicht sauber funktionieren."

Quelle: IWR Online
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