20.08.2015, 10:13 Uhr

Studie zu Solarstrom-Speichern: Batteriepreise fallen kräftig

Aachen – Die technische Entwicklung und zunehmende Marktdurchdringung von Stromspeichern in Form von Batterien könnte uns zukünftig kräftige Preissenkungen bescheren. Wissenschaftler aus Aachen rechnen mit Preisnachlässen für Batterie-Speicher in Höhe von zehn bis 20 Prozent pro Jahr.

Die haben die Forscher des Instituts für Stromrichtetechnik und elektrische Antriebe (ISEA) der RWTH Aachen im Rahmen ihres Jahresberichtes zum Speichermonitoring festgestellt. Bei dem 136 Seiten starken Bericht handelt es sich um eine wissenschaftliche Evaluierung des Speicherförderprogramms im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums.

17.000 Solarstromspeicher in knapp zwei Jahren

Demnach sind allein im Zeitraum Mai 2013 bis März 2015 über 17.000 dezentrale Solarstrom-Speicher in Deutschland angeschlossen worden. Gut die Hälfte dieser Speicher ist durch die KfW-Bank gefördert worden. Hilfreich sei, dass die Hersteller ihre Speichersysteme so auslegen, dass sie grundsätzlich nach den Regeln des Förderprogramms auch förderfähig sind. Das KfW-Programm Erneuerbare Energie „Speicher“ ist zunächst bis Ende 2015 angelegt. Die maximal abrufbaren Tilgungszuschüsse betragen insgesamt 50 Mio. Euro.

Lithium-Ionen-Speicher verbilligen sich am schnellsten

Im Rahmen des Speichermonitorings wurde auch untersucht, wie schnell die Preise für Speicher sinken. Laut Bericht weisen die Systempreise für Solarstromspeicher im Mittel eine jährliche Degression in Höhe von 18 Prozent bei Lithium-Ionen-Speichern bzw. um elf Prozent bei Blei-Säure-Speichern auf. Zudem hätten in 2015 mehrere große Unternehmen der Automobil-Branche eigene Solarstromspeicher präsentiert. Deren Endkundenpreise würden nochmals deutlich unterhalb der aktuellen Durchschnittspreise liegen. Die Experten des ISEA gehen davon aus, dass die mittleren Endkundenpreise weiter deutlichen sinken werden.

Stromnetz: Speicher erhöhen die aufnahmefähige PV-Leistung um den Faktor 1,67

Ein weiteres Ergebnis der Evaluierung ist, dass durch die zunehmende Zahl der Speichersysteme die maximal integrierbare Photovoltaik-Leistung in das Stromnetz deutlich steigt. So würden von den im Rahmen des Förderprogramms installierten gut 30 Megawatt (MW) Solarleistung aus Netzsicht maximal nur etwa 18 MW eingespeist. Die Studienautoren kommen zu dem Schluss, dass eine Ausstattung aller neuen PV-Anlagen mit geförderten Speichern bei bestehenden Stromnetz-Kapazitäten die Aufnahmefähigkeit von PV-Leistung um den Faktor 1,67 erhöht.

Quelle: IWR Online

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