03.11.2015, 08:03 Uhr

Strombörse: Kräftiger Preisanstieg im Oktober

Leipzig/Paris/Münster – Die Strompreise an der Börse sind im Oktober 2015 zweistellig gestiegen. Die Vier-Cent-Marke wird in Deutschland nur noch knapp unterschritten, andere Länder haben sie bereits weit hinter sich gelassen.

Im Marktgebiet Deutschland/Österreich lag der durchschnittliche Börsenpreis für eine Kilowattstunde (kWh) Grundlaststrom im Oktober bei 3,94 Cent (September: 3,19 Cent/kWh). Zuletzt lag der Strompreis im Herbst 2013 auf diesem Niveau.

Starker Preisanstieg am Spotmarkt

Am Spotmarkt der Epex Spot beläuft sich der mittlere Strompreis für Grundlaststrom in Deutschland im Day-ahead-Handel im Oktober 2015 auf 3,94 Cent pro kWh und ist damit gegenüber September 2015 um gut 23,5 Prozent gestiegen (September 2015: 3,19 Cent/kWh). Der Preis für Spitzenlaststrom (Stromlieferung für die Zeit von 8:00 bis 20:00 Uhr) ist im Oktober 2015 sogar um 29,6 Prozent auf 4,47 Cent je kWh geklettert (September 2015: 3,45 Cent/kWh).

Auch im Vergleich zum Vorjahr steigen die Strompreise deutlich. Gegenüber dem Oktober 2014 (3,52 Cent/kWh) kostet Strom nun knapp zwölf Prozent mehr. Der Preis für Spitzenlaststrom ist kaum weniger stark um 9,6 Prozent geklettert (Oktober 2014: 4,08 Cent/kWh). Nach der Berechnungsmethode der Epex Spot, bei der die Preise der Wochenendtage für die Kalkulation unberücksichtigt bleiben, lag der mittlere Preis für Spitzenlaststrom im Oktober 2015 bei 4,88 Cent/kWh.

Strompreise in Frankreich und der Schweiz über 4,5-Cent-Marke

In den Nachbarländern Frankreich und Schweiz verteuern sich die Strompreise ebenfalls. In Frankreich steigt der Preis für Grundlaststrom im Day-ahead-Handel um 20,3 Prozent auf 4,50 Cent/kWh (September 2015: 3,74 Cent/kWh). Schon im Oktober 2014 lag der Strompreis in Frankreich mit 4,18 Cent/kWh ähnlich hoch. Auch in der Schweiz kostete Elektrizität deutlich mehr, der Strompreis lag dort im Oktober 2015 bei 4,55 Cent je kWh. Das sind 24,3 Prozent mehr als im Vormonat (September 2015: 3,66 Cent/kWh)

Trotz Preisanstieg am Spotmarkt - Terminmarktpreise fallen weiter

Ungeachtet der kurzfristig stark ansteigenden Strompreise, sind die Preise für Stromlieferungen in der Zukunft auch im Oktober 2015 weiter gesunken. Der mittlere Terminmarktpreis für Grundlaststrom zur Lieferung im Jahr 2016 ist im Oktober 2015 um 2,3 Prozent auf 2,91 Cent je kWh gesunken (September 2015: 2,98 Cent/kWh). Gegenüber dem Vorjahr fällt der durchschnittliche Terminmarktpreis um satte 15,2 Prozent (Oktober 2014: 3,43 Cent/kWh). Inzwischen sind die Terminmarktpreise für alle verbleibenden Lieferjahre dieses Jahrzehnts unter die Marke von drei Cent gefallen, nur das Lieferjahr 2021 hält sich mit einem Durchschnittspreis im Oktober 2015 von 3,05 Cent je kWh noch knapp darüber.

An den Strombörsen wird derzeit das Lieferjahr 2018 am günstigen gehandelt. Marktteilnehmer können sich für 2,85 Cent je kWh mit Strom eindecken. Nur etwas teurer ist das Lieferjahr 2019 (2,85 Cent/kWh). Auch die Preise für die weiter in der Zukunft liegenden Lieferperioden bewegen sich auf dem Niveau des Lieferjahres 2018. Mit 3,07 Cent je kWh ist Grundlast-Strom zur Lieferung im Jahr 2021 derzeit der teuerste, während Strom für das Lieferjahr 2016 für 2,97 Cent die kWh zu bekommen ist (Abrechnungspreise vom 30.10.2015).

Termin- und Spotmarkt an der Strombörse

Am Spotmarkt der Strombörse werden kurzfristige Stromkontingente gehandelt (selbiger Tag = Intraday oder für den nächsten Tag = day-ahead). Am Terminmarkt werden dagegen längerfristige Stromeinkäufe getätigt. Stromhändler und Großabnehmer können dort Strom zur Lieferung in den nächsten Jahren einkaufen.

Quelle: IWR Online

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