26.11.2015, 11:58 Uhr

Riesiger Strom-Exportüberschuss nach neun Monaten

Berlin - In den ersten neun Monaten des Jahres 2015 wurde per Saldo bereits mehr Strom exportiert als im gesamten Rekord-Vorjahr. Nach den aktuellen Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) beträgt der Netto-Stromexport aus Deutschland im Zeitraum Januar bis September 2015 bereits 35,8 Mrd. kWh.
In Deutschland wird derzeit viel zu viel Strom produziert, der im Inland gar nicht vollständig abgesetzt oder verbraucht werden kann. Daran ändert auch die diesjährige Abschaltung des Atomkraftwerks Grafenrheinfeld nichts.
Strom-Exportüberschuss steigt bis September um 67 Prozent gegen über dem Vorjahreszeitraum
Im gesamten Jahr 2014 ergab sich laut BDEW für den Stromaustausch mit dem Ausland (Export abzüglich Import) ein Exportüberschuss in Höhe von 35,6 Mrd. kWh. Bereits in den ersten neun Monaten des Jahres 2015 klettert der Netto-Überschuss auf 35,8 Mrd. kWh. Das ist eine Steigerung um 67 Prozent gegenüber dem Vorjahres-Vergleichszeitraum Januar bis September (21,4 Mrd. kWh). Bis Ende 2015 könnte der Strom-Exportüberschuss noch auf über 40 Mrd. kWh ansteigen.
Strom-Exportüberschuss belastet deutsche Klimabilanz
Die Folge des hohen Strom-Exportüberschusses sind höhere CO2-Emissionen in Deutschland. Braun- und Steinkohlekraftwerke produzieren Strom mit hohen CO2-Emissionen, der im Inland produziert und ins Ausland verkauft wird. Im Jahr 2015 könnte die deutsche Klimabilanz um rd. 30 Mio. t CO2 höher ausfallen als eigentlich notwendig wäre.
Zwar hat die Bundesregierung beschlossen, Braunkohle-Kraftwerke mit einer Kapazität von 2.700 Megawatt sukzessive aus Klimaschutzgründen vorzeitig vom Netz zu nehmen. Unter der Annahme, dass diese Kraftwerke ein ganzes Jahr lang unter Volllast Strom produzieren, würde der Gesamtbeitrag lediglich gut 23 Mrd. kWh am Exportüberschuss erreichen und den aktuellen Strom-Exportschuss nur teilweise reduzieren. Die Stromverbraucher kostet die Abschaltung der Braunkohle-Kraftwerke von RWE, Vattenfall und Mibrag mindestens 1,6 Milliarden Euro bis zum Jahr 2020. Diese Zahlungen stehen wegen der Beihilfe-Subventionen noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der EU-Kommission.
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