15.03.2018, 10:10 Uhr

Mehr Wasserkraft-Strom für Pakistan

Islamabad - In Pakistan wird derzeit das bestehende Wasserkraftwerk Tarbela ausgebaut. Der Technologiekonzern Voith ist bei diesem Projekt Schlüsselpartner. Die pakistanische Regierung hat einen sehr ambitionierten Wasserkraft-Plan.

Im Beisein von zahlreichen Gästen aus Politik, Industrie und Gesellschaft hat Shahid Khaqan Abbasi, Premierminister von Pakistan, am 10. März 2018 die erste von drei neuen Maschineneinheiten am Wasserkraftwerk Tarbela IV eingeweiht. Die pakistanische Regierung will das Wasserkraftpotezial bis 2025 kräftig ausbauen.

Vierte Ausbaustufe des Wasserkraftwerks Tarbela

Das Wasserkraftwerk Tarbela ist für Pakistan von überragender Bedeutung. Rund 16 Prozent des pakistanischen Strombedarfs werden hier derzeit produziert. Mit der vierten Erweiterung des Wasserkraftwerks Tarbela erhöht sich die Leistung der Anlage im Norden Pakistans auf insgesamt 4.888 Megawatt. Das bedeutet eine Kapazitätssteigerung um rund 40 Prozent. Voith hat für die Erweiterung des 1974 eingeweihten Kraftwerks drei Generatoren, drei Francis-Turbinen mit je 470 Megawatt Leistung, Automatisierungssysteme, Hochspannungsleitungen mit 500 Kilovolt elektrischem Spannungsniveau sowie die gesamte elektromechanische Kraftwerksausrüstung geliefert. Bis Ende Mai 2018 sollen alle drei Maschineneinheiten Strom in das pakistanische Energienetz einspeisen.

Größtes Hauptabsperrorgan der Welt installiert

Zum Voith-Auftragsvolumen gehörte auch die Konstruktion, Fertigung, Lieferung und Installation von drei sogenannten Absperrorganen. Diese werden zwischen Druckrohrleitung und Turbine installiert, um den Wasserfluss in Notfällen zu stoppen und Wartungen an der Anlage zu ermöglichen. Mit einem Durchmesser von 7,5 Metern und einem Gesamtgewicht von je etwa 750 Tonnen gelten sie als weltgrößte Absperrorgane dieser Art mit einer Revisionsdichtung. Die Experten des Forschungs- und Entwicklungszentrums von Voith Hydro in Deutschland entwickelten die Komponente mit ihren chinesischen Kollegen von Grund auf neu. Die Fertigung der Absperrorgane erfolgte anschließend am Voith-Standort Shanghai, China.

Über die Wasserkraftnutzung in Pakistan

Der Tarbela-Staudamm ist einer der weltweit größten Erdschüttdämme der Welt. Rund 100 Kilometer nordwestlich von Islamabad staut er den Indus in einem rund 250 Quadratkilometer großen See. Der Damm spielt in dreifacher Weise eine wichtige Rolle für die Wirtschaft Pakistans: Er speichert Wasser für die Bewässerung, schwächt Überschwemmungen ab und dient der Energieerzeugung. Rund 16 Prozent von Pakistans Strombedarf werden hier produziert. Der wachsende Energiebedarf führt zu häufigen Stromausfällen und Blackouts, den die Regierung in Pakistan mit einem Ausbau der Wasserkraftnutzung begegnen will.

Pakistan verfügt über ein Wasserkraftpotential von etwa 40.000 Megawatt. Davon nutzt das Land bislang erst rund 7.300 Megawatt. Die Regierung Pakistans plant, bis zum Jahr 2025 rund 20.000 Megawatt zusätzliche Leistung aus Wasserkraft zu erschließen und den Anteil von Wasserkraft am nationalen Energiemix von 34 auf 70 Prozent zu steigern.

Quelle: IWR Online

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