11.02.2019, 16:55 Uhr

USA fördern schwimmende Offshore Windkraftanlagen

Washington - Die USA wollen das riesige Windpotenzial auf dem Meer vor der eigenen Küste nutzen. Das Energieministerium (Department of Energy) hat eine Forschungsförderung für schwimmende Offshore Windkraftanlagen angekündigt.

Die USA haben rd. 13.000 Meilen Küstenlinie, die potentiell für die Offshore Windenergie zur Verfügung steht. Allerdings ist die Nutzung mancher interessanter Wasserflächen durch traditionelle Offshore Windkraftanlagen wegen der großen Wassertiefe nicht so ohne Weiteres möglich.

Department of Energy födert schwimmende Offshore Windkraftanlagen mit 28 Millionen US-Dollar

Das US-amerikanische Energieministerium hat die Finanzierung eines neuen Programms (ARPA-E) für fortschrittliche Forschungsprojekte bekannt gegeben. Die ATLANTIS-Projekte werden neue Technologien für "Schwimmende Offshore-Windenergieanlagen" (FOWTs) entwickeln und dabei das Konzept des Control Co-Designs (CCD) nutzen. "Die Vereinigten Staaten haben 13.000 Meilen Küstenlinie. Dies ist eine riesige Chance, die Welt bei der Kapitalisierung der Offshore Windenergie anzuführen", sagte US-Energieminister Rick Perry. "Die ATLANTIS-Projekte werden dazu beitragen, die amerikanische Offshore-Windstromproduktion und das damit einhergehende Wachstum von Job, Produktion und Investitionen für das Land voranzutreiben."

Einsatz von Control-Co-Design Methoden

Die ATLANTIS-Finanzierungsmöglichkeit fördert die Zusammenarbeit, indem Wissenschaftler, Ingenieure und Praktiker aus verschiedenen Disziplinen, Technologiesektoren und Organisationen aufgefordert werden, verschiedene und erfahrene Projektteams zu bilden. ARPA-E-Projekte sollen wissenschaftliche und technologische Entdeckungen ermöglichen, die eine einzelne Gruppe allein nicht erreichen könnte. Eingesetzt werden Control-Co-Design-Methoden (CCD). Diese vereinen verschiedene Konstruktionsdisziplinen, um beim Entwurf einer Offshore Windturbine gleichzeitig zu arbeiten, anstatt in aufeinanderfolgenden Schritten.

Schwimmende Offshore Windkraftanlagen in Europa

Die Idee schwimmender Offshore Windkraftanlagen ist nicht neu. Bereits 2009 ist im Rahmen des Projekts "Hywind" die erste schwimmende Offshore Windkraftanlage in Norwegen mit einer Leistung von 2,3 MW in Betrieb gegangen. Im April 2018 hat das französische Startup-Unternehmen Eolink mit Sitz in Plouzané in der Bretagne den Prototypen einer 12 MW-Offshore-Winturbein im Maßstab 1:10 mit einem schwimmenden Fundament vor der französischen Küste ans Netz angeschlossen. Für das zweite Halbjahr 2019 ist in Portugal die Inbetriebnahme des WindFloat Atlantic Projekts mit einer Gesamtleistung von 25 MW geplant. Das Konsortium WindPlus unter Leitung von EDP Renewables hat für dieses Vorhaben drei 8,4 MW-Windkraftanlagen bei MHI Vestas, Typ V164-8.4 MW, bestellt.

Quelle: IWR Online

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