05.04.2019, 09:01 Uhr

Strom-Sparpotenzial spielt für Verbraucher kaum eine Rolle

Augsburg - Intelligente Stromzähler gelten als wichtiger Baustein der Energiewende. Um ihre Vorteile auszuspielen, müssen sie sich jedoch möglichst flächendeckend durchsetzen. Doch Kosteneinsparungen spielen bei den Verbrauchern kaum eine Rolle.

Wissenschaftler der Universität Augsburg haben untersucht, welche Faktoren die Einstellung der Deutschen zur Smart Metering-Technologie (SMT) bei den Stromkunden bzw. Haushalts-Stromverbrauchern beeinflussen.

Vorteile intelligenter Stromzähler

Die Smart Metering-Technologie erlaubt es, die Nachfrage an das augenblickliche Angebot anzupassen. Dazu sind die Haushaltsgeräte mit einer Schnittstelle ausgerüstet. Über diese erhalten sie vom Zähler Informationen über die verfügbare Energiemenge. So kann die Gefriertruhe „auf Vorrat“ kühlen, wenn gerade viel Strom vorhanden ist, und ihre Temperatur weit unter den eigentlich erforderlichen Wert absenken. Umgekehrt kann das Elektroauto den Ladevorgang um ein paar Stunden verschieben, wenn Strom knapp ist. Zudem geben die Zähler einen detaillierteren Einblick in den Verbrauch. Sie erlauben es den Nutzern dadurch zum Beispiel, Stromfresser zu identifizieren.

Potenzial zum Stromsparen spielt beim Verbraucher kaum eine Rolle

Freiwillig legen sich bislang aber nur wenige Nutzer einen „Smart Meter“ zu. „Wir haben untersucht, welche Argumente bei dieser Entscheidung eine Rolle spielen“, erklärt Prof. Dr. Daniel Veit vom Institut für Betriebswirtschaftslehre der Universität Augsburg. Finanzielle Motive – also etwa mögliche Einsparungen bei den Stromkosten – spielen bei der Entscheidung kaum eine Rolle. „Das Einsparpotenial auf Seite der Haushalte dürfte allerdings auch relativ gering sein, zumal die neuen Zähler zunächst teurer sind als die alten“, betont Veit. Seinen eigentlichen Nutzen entfaltet die Technologie an anderer Stelle: bei der Stabilisierung der Energienetze und dem Abbau der sogenannten Minutenreserve. Sie ermöglicht dadurch eine umweltfreundlichere Deckung des Energiebedarfs. Besonders aufgeschlossen zeigten sich denn auch solche Teilnehmer, die sich von den neuen Zählern einen Beitrag zum Umweltschutz versprachen. Daher empfehlen die Wissenschaftler zunächst vor allem Ökostrom-Kunden anzusprechen.

Quelle: IWR Online

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