29.05.2019, 14:27 Uhr

Nordex, Siemens und Vestas mit Großaufträgen

Münster - In den vergangenen Tagen haben die Windenergiehersteller Nordex, Siemens und Vestas über eine Reihe von Großaufträgen berichtet. Neben den USA stammen die lukrativen Aufträge aus Australien, Brasilien und China.

In dem durch den Handelsstreit zwischen China und den USA belasteten Börsenumfeld können die die Aktienkurse der drei im RENIXX gelisteten Hersteller kaum profitieren.

Nordex errichtet 198-MW-Windpark in den USA

Die Nordex Group hat von einem internationalen Projektentwickler einen Auftrag aus den USA erhalten. Das Unternehmen wird ab Frühjahr 2020 einen Windpark mit 63 Turbinen des Typs AW125/3150 mit einer Nennleistung von zusammen 198 Megawatt ausstatten. Der Auftrag beruht auf einer Safe-Harbor-Transaktion aus dem Jahr 2016. Nordex Group hat für diese Komponenten eine Anzahlung erhalten und sie im selben Jahr produziert. Die 5 Prozent Safe-Harbor-Komponenten qualifizieren Kunden-Projekte für eine Steuervergütung, wenn die Errichtung bis zum Jahr 2020 erfolgt. Das Projekt entsteht in Texas.

Siemens Gamesa erreicht 1.000 MW-Vertriebsmarke bei Anlagentyp SG 4.5-145

Einen Großauftrag aus den USA meldet auch Siemens Gamesa. Auftraggeber ist EDF Renewables. Simens Gamesa wird 30 Windenergieanlagen (WEA) vom Typ SG 4.5-145- und 36 SG 2.7-129-WEA für das 232 MW-Windprojekt Milligan in Milligan County, Nebraska, USA liefern. Mit diesem Projekt überschreitet der deutsch-spanische Windenergieriese weltweit die 1.000 MW-Absatzmarke für Anlagen vom Typ SG 4.5-145. Neben der Anlagenlieferung umfasst der Auftrag auch einen Service- und Wartungsvertrag für das Premium-Wartungsprogramm von Siemens Gamesa, das eine Maximierung von Energieertrag und Rendite gewährleisten soll. Die Fertigstellung des Projekts ist für Ende 2020 geplant.

Vestas punktet in Australien, Brasilien und China

Nordex- und Siemens-Mitbewerber Vestas aus Dänemark hat in den letzten Tagen über zwei Großaufträge mit einem Gesamtvolumen von 227 MW bzw. 147 MW und einen weiteren Auftrag über eine Kapazität von 44 MW errichtet.

Der Auftrag für 227 MW Windpark-Projekt stammt aus Australien. Neben der Lieferung von 54 Anlagen vom Typ V117-4.2 umfasst der Auftrag der RATCH-Australia Corporation einen bis zu 25-jährigen Servicevertrag mit einer ertragsbasierten Verfügbarkeitsgarantie. Diese standortspezifische Lösung wurde entwickelt, um die jährliche Energieerzeugung zu maximieren und RATCH-Australia langfristige Business Case-Sicherheit für das Projekt zu bieten.

In Brasilien hat Vestas mit einem Auftrag von EDF Renewables gepunktet. Der Auftrag für den Windpark Folha Larga im brasilianischen Bundesstaat Bahia umfasst die Lieferung und Installation von 35 Windenergieanlagen vom Typ V150-4.2 MW mit einer Nabenhöhe von 105 m. Die Gondeln werden im Vestas-Werk in Ceará hergestellt, während Rotorblätter und Türme auch nach den FINAME II-Regeln der brasilianischen Entwicklungsbank (BNDES) vor Ort hergestellt werden.

Aus China stammt eine Order über 20 WEA vom Typ V120-2.2 MW. Der Auftrag umfasst auch einen 2-jährigen Servicevertrag für Active Output Management 4000 (AOM 4000) sowie die Business SCADA-Lösung. Die Auslieferung und Inbetriebnahme der anlagen wird voraussichtlich im zweiten Quartal 2019 beginnen.

Aktien können sich angespanntem Börsenumfeld kaum entziehen

Während die Aktien von Vestas in der letzten Woche in dem durch den amerikanisch-chinesischen Handelskonflikt belasteten Börsenumfeld noch leicht zulegen konnten (+0,5 Prozent, 74,48 Euro) verbuchen Siemens Gamesa (-1,3 Prozent, 14,26 Euro) und Nordex (-1,5 Prozent, 13,22 Euro) Verluste. Im heutigen Handel gelingt es Vestas bislang zuzulegen, aktuell notiert die Aktie mit einem Plus von 1 Prozent bei 75,30 Euro. Siemens Gamesa verliert dagegen 1,7 Prozent auf 14,23 Euro, Nordex gibt 2,9 Prozent auf 13,31 Euro ab (Stand: 29.05.2019, 14:01 Uhr).

Quelle: IWR Online

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