04.07.2019, 08:23 Uhr

Solarstrom-Produktion steigt im Juni 2019 auf neues Allzeithoch

Münster - Die Stromproduktion aus Solaranlagen in Deutschland hat im Juni 2019 ein neues Rekordniveau erreicht. In keinem Monat zuvor wurde in Deutschland bislang mehr Solarstrom eingespeist.

Der wärmste und sonnigste Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen hat dazu geführt, dass die Solarstromanlagen in Deutschland im Juni 2019 ihr bislang bestes Monatsergebnis erzielt haben. Die Stromerzeugung aus Windenergie geht im Juni 2019 witterungsbedingt im Vergleich zum Vormonat Mai erwartungsgemäß zurück, fällt aber deutlich besser aus als im Vorjahr.

Einspeisung aus Solaranlagen steigt im Juni 2019 auf neuen Höchststand

Mit rd. 300 Sonnenstunden lag die Sonnenscheindauer im Juni um etwa 50 Prozent über dem statistischen Soll von 198 Stunden. Gleichzeitig wurde damit der bisherige Höchstwert von 287 Sonnenstunden aus dem Jahr 1976 übertroffen. Angesichts der günstigen Witterung haben die Solarstromanlagen in Deutschland nach den aktuell vorliegenden Daten der Netzbetreiber im Juni 2019 rd. 6,5 Milliarden (Mrd.) Kilowattstunden (kWh) Strom eingespeist (Juni 2018: 5,3 Mrd. kWh) und einen neuen Allzeitrekord aufgestellt. Die bisherige Rekordmarke aus dem Juli 2018 mit 6,2 Mrd. kWh wurde damit um etwa 5 Prozent übertroffen. In keinem Monat zuvor wurde in Deutschland jemals so viel Solarstrom erzeugt und eingespeist.

Windstrom 15 Prozent über Vorjahresniveau

Die Windstromanlagen in Deutschland haben im Juni rd. 6,6 Mrd. kWh Windstrom eingespeist. Das sind etwa 15 Prozent mehr Windstrom als im Vorjahr (Juni 2018: 5,8 Mrd. kWh). Die Windenergieanlagen in der deutschen Nord- und Ostsee haben knapp 1,5 Mrd. kWh Windstrom eingespeist, was gegenüber dem Vorjahr einem Plus von etwa 30 Prozent entspricht (Juni 2018: rd. 1,1 Mrd. kWh Offshore-Windstrom).

Wind- und Solarstromproduktion legt im ersten Halbjahr 2019 um 16 Prozent zu

Bezogen auf die ersten sechs Monate im Jahr 2019 summiert sich die Einspeisung aus Wind- und Solaranlagen in Deutschland auf 88,2 Mrd. kWh. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2018 ist das ein Plus von etwa 16 Prozent (1 HJ 2018: 76,3 Mrd. kWh). Der Großteil der eingespeisten Strommenge von Januar bis Juni entfällt in den ersten sechs Monaten des Jahres 2019 mit 65,5 Mrd. kWh auf die Windenergie, die damit rd. 20 Prozent über der im Vorjahreszeitraum eingespeisten Strommenge liegt (1. HJ. 2018: 54,9 Mrd. kWh). Die Solaranlagen in Deutschland speisten von Januar bis Juni 2019 rd. 22,7 Mrd. kWh Strom ein. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zuwachs von etwa 6 Prozent (1. Halbjahr 2018: rd. 21,4 Mrd. kWh).

Über die Statistiken zur regenerativen Stromerzeugung

Die hier dargestellten Daten für den Wind- und Solarstrom (kWh) spiegeln die Originaldaten der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) , d.h. ohne Korrekturen, wider. Die Angaben basieren auf vorläufigen Hochrechnung der Netzbetreiber, da die tatsächlichen und vollständigen Abrechnungen der Verteilnetzbetreiber über die reale Einspeisung den ÜNB erst mit mehrmonatiger Verzögerung vorliegen. Die veröffentlichte Stromerzeugung in der endgültigen Jahresabrechnung kann daher von den zeitnahen Hochrechnungen abweichen.

Aufgrund unterschiedlicher systematischer Ansätze kommt es zu Unterschieden zwischen den IWR-Auswertungen auf der Grundlage der ÜNB-Daten und weiteren Statistiken, die jetzt mit Blick auf die Entwicklungen im ersten Halbjahr 2019 veröffentlicht wurden. So fließen bei den vom Fraunhofer ISE herausgegebenen Halbjahreszahlen zur öffentlichen Nettostromerzeugung neben den ÜNB-Daten weitere Quellen ein. Die verwendeten Daten werden mit einem Faktor korrigiert, um in der Vergangenheit aufgetretene Differenzen zur EEG-Jahresabrechnung im Vorfeld bereits ausgleichen zu können. Bei den von BDEW/ZSW bereits vor Ende des ersten Halbjahres 2019 am 26. Juni 2019 veröffentlichten Daten zur regenerativen Stromerzeugung handelt es sich im Unterschied zu den ÜNB-Daten nicht um Einspeisedaten, sondern um vorläufige Berechnungen bzw. Abschätzungen zur Gesamtstromerzeugung.

Quelle: IWR Online

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