15.10.2015, 10:53 Uhr

Amtlich: EEG-Umlage steigt auf 6,354 Cent je Kilowattstunde

Bayreuth/Berlin/Dortmund/Stuttgart – Die vier Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW haben nun "amtlich" bestätigt, was einige Medien schon im Vorfeld herausgefunden hatten. Die EEG-Umlage 2016 beträgt 6,354 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Zudem haben die Netzbetreiber die sogenannte Mittelfristprognose vorgelegt.

Bei der Mittelfristprognose geht es um die erwartete Einspeisung von erneuerbaren Energien und den Letztverbrauch für die Jahre 2016 bis 2020. Danach wird für das Jahr 2020 mit einer installierten Leistung erneuerbarer Energiequellen von knapp 117.000 Megawatt (MW) gerechnet.

Höchster Stand der EEG-Umlage erreicht

Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber haben die Prognose der 2016 zu erwartenden Einspeisung aus regenerativen Stromerzeugungsanlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sowie die daraus resultierende EEG-Umlage für das Jahr 2016 veröffentlicht.

Die Umlage wurde von den Netzbetreibern im Auftrag des Gesetzgebers auf Basis von Prognosen unabhängiger Gutachter ermittelt. Danach ergibt sich für 2016 ein Umlagebetrag von 22,88 Milliarden Euro (im Wesentlichen Vergütungen an Anlagenbetreiber abzüglich Gegenwert durch Börsenerlöse sowie Berücksichtigung EEG-Kontostand und Liquiditätsreserve). Die EEG-Umlage ist von allen Letztverbrauchern für jede bezogene kWh zu entrichten. Dies bedeutet, dass die Verbraucher im Jahr 2016 mit 6,354 Cent/kWh zur Förderung der erneuerbaren Energien im Stromsektor beitragen. Damit steigt die EEG-Umlage im Jahr 2016 um 3,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (EEG-Umlage 2015: 6,170 Cent/kWh).

2,6 Cent für Solarstrom, 2,0 Cent für Windstrom

Für das Jahr 2016 wird weiter eine ansteigende Erzeugung an elektrischer Energie aus regenerativen Anlagen prognostiziert. Der Anstieg um über 15 Mrd. kWh auf etwa 176 Mrd. kWh 2016 spiegelt sich vor allem in den Energieträgern Wind an Land, Wind auf See und Biomasse wider, so die Netzbetreiber. Abzüglich der prognostizierten Börsenerlöse, die sich im Wesentlichen aufgrund des sinkenden Börsenpreises im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent vermindert haben, ergeben sich für das Jahr 2016 prognostizierte Kosten (im Wesentlichen Vergütungen an Anlagenbetreiber abzüglich Gegenwert durch Börsenerlöse) in Höhe von etwa 23,1 Mrd. Euro. Dies entspreche in der EEG-Umlage 2016 einem Anteil von etwa 6,4 Cent/kWh pro Kilowattstunde. Davon entfallen etwa 2,6 Cent/kWh auf Photovoltaik, etwa 1,7 Cent/kWh, etwa 2,0 Cent/kWh auf Wind (an Land und auf See).

Guthaben auf dem EEG-Konto mindert Umlage um 0,7 Cent

Für die finale Umlageberechnung werden zusätzlich noch der aktuelle EEG-Kontostand sowie die sogenannte Liquiditätsreserve berücksichtigt. Das EEG-Konto ist zum 30. September 2015 mit rund 2,5 Milliarden Euro im Plus (30. September 2014: knapp 1,4 Milliarden Euro im Plus). Die positive Deckung des EEG-Kontos 2015 senkt die EEG-Umlage 2016 rein rechnerisch um rund 0,7 Cent/kWh. Die Liquiditätsreserve federt Schwankungen auf dem EEG-Konto und deren Auswirkungen auf die Umlage ab. Diese Schwankungen ergeben sich laut der vier ÜNB, weil Abweichungen zwischen der Prognose und der tatsächlichen Einspeisung aus erneuerbaren Energien auftreten. Hierdurch seien Vergütungszahlungen nur schwer kalkulierbar. So führen beispielsweise besonders sonnenreiche Jahre zu einer höheren Vergütung für Strom aus Photovoltaikanlagen als im Durchschnitt zu erwarten wäre. Mit voranschreitendem Zubau an erneuerbaren Energien nehmen diese Abweichungen zu. Die Liquiditätsreserve liegt 2016 stabil bei zehn Prozent. Ihr Anteil an der EEG-Umlage beträgt rund 0,6 Cent/kWh. Die Ermittlung der EEG-Umlage erfolgt in Abstimmung mit der Bundesnetzagentur, für die Kontrolle und Überwachung zuständig ist.

Prognose: EEG-Ausgaben steigen bis 2020 auf knapp 30 Mrd. Euro

Gemäß der Mittelfristprognose wird 2020 eine installierte Leistung erneuerbarer Energien von knapp 117.000 Megawatt (MW) erwartet. Davon würden rund 92 Prozent auf Solar- und Windenergie (Solar über 47.000 MW und Wind über 60.000 MW) entfallen. Die prognostizierte Stromerzeugung aus den regenerativen Energiequellen liegt für das Jahr 2020 bei über 217 Mrd. kWh. Dabei wird davon ausgegangen, dass 2020 ein knappes Viertel der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien (knapp 51 Mrd. kWh) die feste Einspeisevergütung nach EEG in Anspruch nehmen wird. Hierfür seien dann Einspeisevergütungen in Höhe von rund 12,2 Mrd. Euro an die Anlagenbetreiber zu zahlen. Zusätzlich wird mit prognostizierten Erzeugungsmengen von über 162 Mrd. kWh aus Anlagen in der geförderten Direktvermarktung sowie mit den auf diese Erzeugungsmengen entfallenden Prämienzahlungen von ca. 17,4 Mrd. Euro gerechnet. Das ergibt zusammen 29,6 Mrd. Euro. Außerdem werden für 2020 rund 0,3 Mrd. kWh für weitere Formen der Direktvermarktung sowie rund 3,9 Mrd. kWh an Photovoltaik-Erzeugung, die durch die Anlagenbetreiber selbst verbraucht werden, prognostiziert.

Quelle: IWR Online

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