10.09.2014, 10:59 Uhr

Deutschland: Geschäftsklima für erneuerbare Energien erholt sich kaum

Münster – Nach der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ist keine nennenswerte Besserung der Stimmung in der Branche der regenerativen Energien in Deutschland erkennbar. Auch die Branchen-Aussichten sind alles andere als gut.

Seit August gilt in Deutschland das EEG 2014 und sorgt im Stromsektor scheinbar wieder für stabile Rahmenbedingungen. Dennoch bleibt die Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Situation sowie der Perspektive für die kommenden sechs Monate durch die Branchen-Unternehmen weiterhin bescheiden.

83 Indexpunkte im August – 100-Punkte Marke seit knapp drei Jahren nicht erreicht

Im August ist der Geschäftsklima-Index der Regenerativen Energiewirtschaft auf 83,0 Punkte gestiegen (Juli: 81,3 Punkte). Weiterhin bewegt sich das Stimmungsbarometer deutlich unterhalb von 100 Punkten. Diese Marke war zuletzt im Oktober 2011 übertroffen worden. Die befragten Firmen haben im August insbesondere die aktuelle Situation ein wenig besser bewertet als noch im Monat zuvor.

Nächste EEG-Novelle bringt Ausschreibungen

Die vielzitierten stabilen Rahmenbedingungen durch das neue EEG 2.0 sind trügerisch, denn eine weitere Novelle zeichnet sich bereits ab: Das Bundeswirtschaftsministerium strebt für das Jahr 2016 die nächste Gesetzesänderung hin zum EEG 3.0 an. Die Leitlinien dafür werden von der EU im Rahmen der neuen Umwelt- und Energiebeihilfeleitlinien (2014/C 200(01) bereits gesteckt. Demnach sind ab 2017 bei regenerativen Anlagen ab einem Megawatt (MW) Leistung Ausschreibungen vorgesehen. Für den Windenergie-Sektor soll eine Grenze von sechs MW gelten. Zudem greift bei Anlagen über 500 Kilowatt (kW) die Direktvermarktung. Die Bundesregierung will noch in diesem Jahr mit den Vorbereitungen für diese nächst Reform beginnen. In Pilotausschreibungen für PV-Freiflächenanlagen soll das neue Ausschreibungssystem getestet werden.

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