02.06.2015, 11:12 Uhr

EnBW-Chef Mastiaux stützt Gabriels Klimaabgabe

Münster – Der Energiekonzern EnBW aus Baden-Württemberg findet die umstrittene Klimaabgabe von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) "ausgewogen und effizient". Während aus den Reihen der weiteren großen Energieversorger wie RWE, E.ON oder Vattenfall Gabriels Pläne ablehnen, klingt dieses Statement überraschend.

Wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtet, hat sich EnBW-Chef Frank Mastiaux in einem Brief an Gabriel positiv zu dessen Plänen für die Klimaabgabe oder auch Klimabeitrag geäußert. Doch er scheint mit dieser Meinung unter den vier großen Energiekonzernen in Deutschland noch relativ alleine zu stehen.

Klimaabgabe effizient - etwas mehr Solzialverträglichkeit

In dem Brief habe Mastiaux laut SZ erklärt, dass er alle bisherigen Klimaschutz-Vorschläge durchgeprüft habe mit dem Ergebnis, dass er den ursprünglichen Eckpunktevorschlag von Gabriel für eine „ausgewogene und effiziente Lösung“ halte, um zur Einhaltung des deutschen Klimaziels beizutragen. Gabriel wollte mit dem Instrument im deutschen fossilen Kraftwerkspark weitere 22 Mio. Tonnen CO2 einsparen. Betroffen wären vor allem ältere und dreckige Braunkohle-Kraftwerke, die zusätzliche Emissionszertifikate vorweisen sollen und auf diese belastet werden. Der Widerstand gegen die Pläne aus der Kohle- und Energie-Branche war enorm. Im Mai hieß es dann, dass die CO2-Einsparung möglicherweise auf 16 statt 22 Mio. Tonnen reduziert werden könne. Mit dem ursprünglichen Eckpunktevorschlag dürfte Mastiaux aber eher die Einspaunrung von 22 Mio. Tonnen CO2 meinen. Allerdings fordert der EnBW-Chef auch, dass eine zusätzliche Komponente zur Sozialverträglichkeit eingebaut werden sollte.

EnBW setzt auf erneuerbare Energie und Steinkohle - fast keine Braunkohle-Vertstromung

Die Verstromung von Braunkohle spielt bei EnBW im Gegensatz zu RWE oder Vattenfall eine untergeordnete Rolle. Lediglich am Braunkohle-Kraftwerk Lippendorf bei Leipzig ist die EnBW beteiligt. Ansonsten betreibt der Konzern eine Reihe von Steinkohlekraftwerken, u.a. das Kraftwerk RDK 8 in Karlsruhe mit einer elektrischen Bruttoleistung von 912 Megawatt (MW), das mit einem Wirkungsgrad von 46 Prozent zu den modernsten der Welt gezählt wird. Eine Sprecherin von EnBW erklärte auf Anfrage von IWR Online, dass das Unternehmen den Ausbau der erneuerbaren Energien massiv vorantreibe und sich zur Energiewende in Deutschland bekenne. Den Gedankenfehler, dass EnBW von der Klimaabgabe, wenn sie denn kommt, nicht betroffen wäre, dürfe man aus ihrer Sicht nicht machen. Darüberhinaus sei es wichtig, soziale Härten in diesem Zusammenhang soweit wie möglich abzufedern. Dies könne aus Sicht des Konzerns durch die Überführung betroffener Kraftwerksblöcke in eine Reserve geschehen, erklärte die EnBW-Sprecherin.

Quelle: IWR Online
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