11.01.2008, 09:12 Uhr

Energie heute: Biodiesel-Produzenten fürchten Pleitewelle - CIBC erwartet weitere Erhöhung der Ölpreise

Münster - Seit der Steuererhöhung für Biodiesel zum Jahreswechsel von sechs auf 15 Cent je Liter ist der Absatz für den Biokraftstoff eingebrochen. Wie die Biokraftstoff-Verbände VDB und BBK der WELT mitteilten, werde über Tankstellen kaum noch etwas abgesetzt. Allein über die gesetzlich garantierte Beimischung von fünf Prozent Biodiesel in fossile Treibstoffe könnten noch nennenswerte Mengen Biodiesel verkauft werden. Doch dies werde zusätzlich durch einen verstärkten Tanktourismus ins Ausland vor allem von Spediteuren zusätzlich geschmälert. Insbesondere kleinere Biodiesel-Hersteller stünden nun vor dem aus, dutzende Unternehmen hätten bereits die Produktion eingestellt, heißt es in einem Online-Artikel der WELT. Börsennotierte Hersteller litten weniger unter dem Druck der wegfallenen Absatzmärkte und weichen ins Ausland aus. Wer jetzt geschickt mit den Kosten kalkuliere, habe gute Chancen als Sieger aus der derzeitigen Konsolidierung hervorzugehen, so ein Analyst gegenüber der WELT.
CIBC-Studie: Weltweite Ölnachfrage und Projektverzögerungen werden Rohölpreise weiter nach oben treiben
Einem nun veröffentlichten Bericht von CIBC World Markets zufolge, stehen Verbraucher in naher Zukunft vor einem weiteren Sprung der Ölpreise. Grund sei, dass es den weltweiten Ölförderern künftig immer schwerer fallen wird, mit der Nachfrage Schritt zu halten. Die Kombination einer beschleunigten Erschöpfung bestehender Ölquellen mit Verzögerungen sowie massiven Kostenüberschreitungen bei der Erschließung neuer Ölfelder wird dem Bericht zufolge bis 2012 zu einer Tagesproduktion von acht Mio. Barrel unter den Schätzungen der Internationalen Energieagentur führen. Die Erschöpfung als erster Einflussfaktor habe rasant zugenommen, sodass die Ölproduktion jedes Jahr um fast vier Mio. Barrel pro Tag sinkt, so der CIBC-Chefökonom Jeff Rubin. Von Kasachstan bis zu Nigerias Deltaregion würden zudem langwierige Verzögerungen bei einigen der bedeutendsten Energie-Grossprojekten der Welt über die nächsten fünf Jahre grossen Einfluss auf das tatsächliche Wachstum der Förderung haben. Der ungebremste Anstieg bei der Nachfrage in den meisten Ölförderstaaten habe zur Folge, dass diese nicht in der Lage sein werden, die steigende Nachfrage in den Entwicklungsländern zu stillen. Obwohl die russische Produktion über die nächsten fünf Jahre voraussichtlich etwas ansteigt, wird die gesamte Produktionszunahme durch die Inlandsnachfrage aufgebraucht, teilte CIBC mit.
Spanien will statt Atomkraft auf Erneuerbare Energien setzen
Während Großbritannien Pläne zum Bau neuer Atomkraftwerke der nächsten Generation verkündet hat, will Spanien statt auf Atomenergie auf den Ausbau erneuerbarer Energien setzen. Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero betonte gleichzeitig, dass Spanien damit auch vor einer großen Herausforderung stehe. Medienberichten zufolge erzeugen derzeit acht Atomkraftwerke knapp ein Viertel des spanischen Strombedarfs.
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Quelle: iwr/stromtarife/11.01.08/