25.06.2013, 14:45 Uhr

EU will CO2-Emissionen von Autos senken

Brüssel – Ab 2015 soll der CO2-Ausstoß von Neuwagen in der EU bis 2020 schrittweise von 130 auf 95 Gramm pro Kilometer sinken. Sollte die Autoindustrie diese Zielmarke nicht umsetzen, drohen Strafzahlungen. Diese Regelungen sind vom Europäischen Parlament, der EU-Kommission sowie EU-Staaten ausgehandelt worden. Damit wurde das langfristige Ziel, bis 2025 die Grenze von 78 Gramm CO2 pro km zu erreichen, fallengelassen. Die Einigung muss noch von den 27 Botschaftern der EU-Staaten auf einer Sitzung am Donnerstag durchgewunken werden. Zudem müssen die umstrittenen CO2-Vorgaben noch das "OK" vom Europaparlament sowie der EU-Minister bekommen.

Supercredits für besonders klimaschonende Fahrzeuge

Die Berechnung der CO2 Ausstoßwerte erfolgt je nach Hersteller und wird gemessen an den durchschnittlichen CO2-Emissionen jedes neuen in der EU zugelassenen Autos dieses Autobauers. Um den Ausstoß des Klimagases zu reduzieren, sollen Motoren verbessert und neue Technologien entwickelt werden, so die EU. Die neue Regelung beinhaltet als zusätzlichen Anreiz einen Bonus für sparsame Fahrzeuge, die weniger als 50 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren. Diese "Supercredits" darf der Hersteller dann ab 2020 doppelt in seine Gesamtbilanz als Bonus einrechnen. Sie sind laut Medienberichten ein Kompromiss zwischen Politik und Autoindustrie. Deutschland hatte demnach ursprünglich sogar den vierfachen Wert vorgeschlagen. Durch die mehrfache Anrechenbarkeit von z.B. Elektroautos können große Autos, die viel CO2 ausstoßen, in den nächsten Jahren ihre Technik verbessern und den Ausstoß reduzieren. Diese Supercredits sollen in den darauffolgenden Jahren bis 2023 wieder zurückgefahren werden. Auch derzeit gelten noch solche Supercredits. Diese laufen aber 2016 zunächst aus, bevor sie nach der nun neu ausgehandelten Regelung ab 2020 wieder angerechnet werden können.

Verkehrsclub Deutschland fordert 60 g pro km

Der Präsident des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann äußerte sich ablehnend zu der EU-Regelung. Gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung erklärte er, dass die Stärke der deutschen Automobilindustrie nicht durch falsche Weichenstellungen aus Brüssel aufs Spiel gesetzt werden dürfe. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) begrüßt hingegen die Maßnahme der EU im Grundsatz, fordert aber zudem noch einen niedrigeren Grenzwert von 80 Gramm CO2 pro Kilometer bis 2020 bzw. 60 Gramm CO2 bis 2025. Auch die Mehrfachnennung von Elektroautos wird kritisch gesehen, weil diese das Gesamtziel der Klimapolitik gefährde, so der VCD.

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