06.04.2011, 12:10 Uhr

Hessischer Bauernverband sieht mehr Potenzial für Bioenergie

Friedrichsdorf/Ts. – Der hessische Bauernverband geht von einem deutlichen Steigerungspotenzial für die Bioenergieproduktion in der Landwirtschaft innerhalb der nächsten zehn Jahre aus. „Die Bioenergie-Produktion aus der Landwirtschaft könnte in den nächsten zehn Jahren um circa 50 Prozent erhöht werden,“ sagte Friedhelm Schneider, Präsident des Hessischen Bauernverbandes. Energiepflanzen und nachwachsende Rohstoffe würden bundesweit auf einer Fläche von rund 2,15 Mio. Hektar angebaut. Bis 2020 könne die Energiepflanzenfläche auf 3 Mio. Hektar ausgedehnt werden, bei gleichzeitig gesicherter Nahrungsmittelproduktion. Ein großes Potential sieht Schneider in landwirtschaftlichen Nebenprodukten, wie zum Beispiel Gülle, Gemüse- und Kartoffelabfälle. Davon werden schätzungsweise nur etwa 10 bis 15 Prozent für die Bioenergie genutzt. Bei der Direkteinspeisung von Biogas und der Kraft-Wärme-Kopplung gebe es noch einen erheblichen Nachholbedarf.

„Auf landwirtschaftlichen Flächen wird einerseits Bioenergie produziert, andererseits werden diese Flächen auch für Stromleitungstrassen sowie für Standorte von Windenergieanlagen benötigt. Hierbei müssen die Interessen der Grundeigentümer und Flächenbewirtschafter gebührend berücksichtigt werden“, so Schneider. Vor diesem Hintergrund appelliert Schneider an die hessische Landesregierung, den Bauernverband in die Meinungsfindung noch stärker einzubeziehen.“ Einen vernünftigen klima- und ressourcenschonenden Energiemix wird es nur mit der Landwirtschaft geben“, hob Schneider hervor.

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