20.09.2013, 16:47 Uhr

Hochreines Biomethan aus Sachsen-Anhalt

Lohne – Biogas wird in erster Linie ortsnah genutzt – zum Beispiel in Blockheizkraftwerken zur Wärme- und Stromerzeugung. Eine Gasaufbereitungsanlage des Biogas-Anlagenbauers Envitec bietet nun die Möglichkeit, Biomethan zu reinigen und konditionieren, um es anschließend ins bestehende Erdgasnetz einzuspeisen und dezentral zu nutzen.

Wie Envitec am Donnerstag mitteilte, liefert die Bioenergie Köckte GmbH das Methan, welches dann in der 350 Normkubikmeter großen EnviThan-Gasaufbereitungsanlage aufbereitet und ins Erdgasnetz eingespeist wird. Das so produzierte Biomethan wird ebenfalls in Blockheizkraftwerken eingesetzt, jedoch ist es nun möglich, Kraftwerke in ganz Deutschland zu beliefern. Es liegen bereits Verträge mit zukünftigen Abnehmern des Biomethans aus Sachsen-Anhalt vor.

Innovative Aufbereitungstechnologie

Envitec beschreibt die Aufbereitungstechnologie als besonders umweltfreundlich und kosteneffizient. Dafür stattet Envitec die Anlagen mit Membranmodulen von Evonik Industries aus. „Die Hohlfasermembranen reinigen das in Biogasanlagen erzeugte Rohbiogas auf mehr als 97 Prozent Gehalt besonders rein“, so Jürgen Tenbrink, Technikvorstand des in Lohne ansässigen Unternehmens.

Bereits im Oktober 2012 wurde in Sachsendorf eine Demonstrationsanlage in Betrieb genommen, Köckte ist nun der zweite Standort, an dem Biomethan im industriellen Maßstab erzeugt und aufbereitet wird. Die Nähe zu zwei Agrarbetrieben garantiert eine unkomplizierte Rohstoffbelieferung der Anlage mit Mais- und Ganzpflanzensilage sowie Rindergülle.

Durch die Möglichkeit der Einspeisung ins Gasnetz profitiert Betreiber Bioenergie Köckte von den Vorteilen des EEG: Betreiber von BHKW, die aufbereitetes Biogas nutzen, erhalten einen Gasaufbereitungsbonus auf die Stromvergütung. Das politisch verordnete Ziel, bis 2020 jährlich sechs Milliarden Kubikmeter Biomethan ins Erdgasnetz einzuspeisen, rückt so auch ein kleines Stückchen näher.

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