07.03.2016, 10:48 Uhr

Neues Kompetenzzentrum Windenergie entsteht in Niedersachsen

Braunschweig - Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) will in ihrem zukünftigen Kompetenzzentrum Windenergie riesige, bis zu vier Meter große Zahnräder vermessen. Ziel ist es, eine Messtechnik zu entwickeln und bereitzustellen, die den Betrieb von immer größeren und leistungsfähigeren Windanlagen ermöglicht. Aber das ist noch nicht alles.

In Niedersachsen entsteht ein neues Kompetenzzentrum Windenergie. Auf dem Gelände der PTB in Braunschweig entsteht ein eigens für diesen Zweck konzipiertes Gebäude. Der Spatenstich erfolgt am 04. März 2016.

Messtechnisches Neuland für Windkraftanlagen

Das neue Gebäude wird ein Groß-Koordinatenmessgerät beherbergen, mit dem immense Windanlagen-Bauteile gemessen werden können sowie Mess- und Kalibriereinrichtungen für sehr große Drehmomente. Zudem hält eine neue Windgeschwindigkeits-Messtechnik Einzug, um die Ertragsprognosen für hohe Windräder zu verbessern. Damit ist die PTB das erste nationale Metrologieinstitut, das der Windindustrie eine zuverlässige und umfassende Qualitätssicherung anbieten kann.

Kalibrierung: Erstmals Drehmomente bis 5 Meganewtonmeter

Mit dem Betrieb des Kompetenzzentrums Wind wird es in Deutschland auch erstmalig eine Drehmoment-Normalmesseinrichtung geben, mit der Drehmomente bis 5 Meganewtonmeter (MN • m) kalibriert werden können. Zum Vergleich: Hier geht es um Drehmomente, die rund 10 000-mal größer sind als die eines Pkw. In Hinblick auf die stetig weiter anwachsende Dimension von Windkraftanlagen, soll diese Anlage auf Drehmomente bis zu 20 MN • m ausgebaut werden können. Und nicht zuletzt wird mit dem neuen LIDAR-Windfernmesssystem Windgeschwindigkeits-Messtechnik mit bisher nie erreichter Ortsauflösung in einem Metrologieinstitut Einzug halten.

Weltweite Vorreiterrolle des Kompetenzzentrums Windenergie

Mit dem Kompetenzzentrum Wind wird von der PTB weltweit erstmals eine meteorologische Infrastruktur eingesetzt, die die Bereitstellung dieser Normale und die Entwicklung geeigneter Mess- und Kalibrierstrategien für die Windenergiebranche sichert.

Das Kompetenzzentrum Wind wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit rund 10 Millionen Euro gefördert. Konzeption und Projektbetreuung des Bauvorhabens obliegen dem Staatlichen Baumanagement Braunschweig. Das Gebäude wird voraussichtlich im März 2017 bezugsfertig sein.

Quelle: IWR Online

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