24.03.2014, 15:46 Uhr

Ölkatastrophe Exxon Valdez: Fischbestände erholen sich in 25 Jahren nicht

Münster – Am 24. März 1989 havarierte der unter US-Flagge fahrende Öl-Tanker Exxon Valdez von Exxonmobil im Golf von Alaska und verursachte eine der größten Ölkatastrophen der Geschichte. Die Folgen in der Region waren verheerend und sind auch heute, 25 Jahre später, noch sichtbar.

40.000 Tonnen Rohöl flossen damals in den Prinz-William-Sund im pazifischen Ozean im Süden Alsakas und verseuchten einen Küstenstreifen von mehr als 2.000 Kilometer Länge. Die dortige Fischerei stand direkt vor dem Aus mit entsprechenden Folgen für die dortige Bevölkerung.

Exxonmobil zahlte 4,4 Mrd. für die Beseitigung der Schäden

Trotz großer Anstrengungen sind heute noch Reste der Katastrophe erkennbar. Die niedrigen Temperaturen im Golf von Alaska führen dazu, dass das Rohöl nur langsam abgebaut wird. Die langfristen Folgen erkennt man vor allem auch an den Tierbeständen in der Region. So haben sich bis heute die Vögel- und Heringsbestände nicht erholt, wie der WWF mitteilt. Das trägt dazu bei, dass die Katastrophe um den Tanker Exxon Valdez als schlimmer eingestuft wird, als der Untergang der Ölplattform Deepwater Horizon im Jahre 2010, obwohl dort ungleich mehr Öl ins Meer gelangte. Die Temperaturen im Golf von Mexico begünstigen jedoch den Abbau von Öl und auch die große Wassertiefe spielt eine Rolle. Nichtsdestotrotz führte auch dieses Ereignis zu einer verheerenden Ölpest mit immensen ökologischen und ökonomischen Schäden.

WWF fordert Verzicht auf Arktis-Reserven

Die Naturschutzorganisation WWF nimmt den Jahrestag zum Anlass, um auf die Risiken hinzuweisen, die die Förderung von Öl und Gas in der Arktis hat. In den letzten Jahren haben die Anrainerstaaten vermehrt Expeditionen unternommen, um ihren Anspruch auf die Bodenschätze zu untermauern. Nach Schätzung von Ölkonzernen sind in der Arktis noch bis zu 30 Prozent der weltweit unentdeckten Erdgas- und 13 Prozent der vermuteten Ölreserven vorhanden. Ein mögliches Leck bei der Förderung von Rohstoffen in dieser Region hätte laut WWF unabsehbare Folgen. Durch die langen arktischen Winter wäre eine effektive Ölbekämpfung nicht möglich. Aus diesem Grund fordert die Umweltorganisation großflächige Schutzgebiete und Sperrgebiete für Schifftransporte mit riskanter Ladung.

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