Offshore-Windenergie: Ørsted und Nuveen weihen Windpark Borkum Riffgrund 3 mit 913 MW ein
Hamburg - Der dänische Energiekonzern Ørsted und der Infrastrukturinvestor Nuveen haben den Offshore-Windpark Borkum Riffgrund 3 mit einer installierten Leistung von 913 MW offiziell eingeweiht. Der Windpark in der deutschen Nordsee zählt zu den größten Offshore-Windparks Deutschlands und kann nach Unternehmensangaben rechnerisch knapp eine Million Haushalte mit Strom versorgen.
Mit Borkum Riffgrund 3 (913 MW) wird nach EnBWs He Dreiht (960 MW) bereits der zweite große Offshore-Windpark in Deutschland in diesem Jahr offiziell eingeweiht. Beide Projekte verfügen zusammen über eine installierte Leistung von 1.873 MW.
Borkum Riffgrund 3: 83 Siemens Gamesa-Turbinen mit jeweils 11 MW Leistung
Der Windpark liegt rund 72 Kilometer vor der deutschen Nordseeküste und befindet sich zu gleichen Teilen im Besitz von Ørsted und Nuveen Infrastructure. Insgesamt wurden 83 Windenergieanlagen des Typs SG 11.0-200 DD von Siemens Gamesa mit einer Nennleistung von jeweils 11 MW und einem Rotordurchmesser von 200 Metern installiert.
Borkum Riffgrund 3 hatte im Dezember 2025 erstmals Strom in das deutsche Übertragungsnetz eingespeist und befindet sich seit Ende August 2026 vollständig im kommerziellen Betrieb. Anders als bei Borkum Riffgrund 3 ist die Inbetriebnahme der einzelnen Windenergieanlagen im EnBW-Windpark He Dreiht noch nicht abgeschlossen. Nach einer IWR-Auswertung der Daten des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur (Stand: 17.09.2026) wurden bis Ende August 2026 in Deutschland insgesamt 97 Offshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von 1.265 MW neu in Betrieb genommen.
Eine technische Besonderheit ist die direkte Anbindung von Borkum Riffgrund 3 an die Konverterplattform DolWin epsilon des Übertragungsnetzbetreibers Tennet. Nach Angaben von Ørsted handelt es sich um die erste direkte Anbindung eines Offshore-Windparks an eine solche Konverterplattform in Deutschland.
An der Entwicklung und Errichtung des Windparks waren nach Unternehmensangaben rund 100 deutsche Unternehmen beteiligt. Die Windenergieanlagen und Fundamente stammen aus Deutschland und Dänemark, die Kabel unter anderem aus Deutschland und Frankreich. Betrieb und Wartung erfolgen von den Ørsted-Standorten Norden-Norddeich und Emden aus.
Offshore-Windpark ohne EEG-Differenzvergütung - langfristige Industrie-Stromverträge sichern Absatz
Borkum Riffgrund 3 gehört zu den ersten Offshore-Windparks weltweit, die im Ausschreibungsverfahren einen Zuschlag ohne EEG-Differenzvergütung erhalten haben. Ein Großteil der Stromerzeugung wird über langfristige Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements, PPA) an Industrie- und Technologieunternehmen vermarktet.
Ørsted hat für den Windpark Stromabnahmeverträge mit einer Gesamtleistung von 786 MW abgeschlossen. Zu den Abnehmern zählen Amazon, Google, EHA/REWE Group, Covestro und BASF. Die Vertragslaufzeiten liegen zwischen 10 und 25 Jahren. Die langfristigen Vereinbarungen schaffen für den Windpark planbare Erlösperspektiven und ermöglichen den beteiligten Unternehmen den Bezug erneuerbaren Stroms.
Borkum Riffgrund 3 ist der sechste Offshore-Windpark von Ørsted in Deutschland und zugleich das bislang größte deutsche Offshore-Projekt des Unternehmens. Mit der Inbetriebnahme steigt die installierte Offshore-Windleistung von Ørsted in Deutschland auf rund 2,5 GW. Das Unternehmen erreicht damit nach eigenen Angaben einen Marktanteil von etwa 25 Prozent.
Weltweit verfügt Ørsted über eine installierte Offshore-Windleistung von rund 11 GW, weitere 7,2 GW befinden sich im Bau. Der Konzern konzentriert sich bei seiner internationalen Projektentwicklung insbesondere auf den europäischen Offshore-Windenergiemarkt.
Quelle: IWR Online
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