30.07.2013, 16:48 Uhr

Produktionskosten von chinesischen Solarmodulen sollen noch weiter fallen

Münster – Die Kosten für chinesische Solarmodule sollen weiter fallen, wie aus zwei aktuellen Studien hervorgeht. GTM Research rechnet damit, dass die Produktion für einen Watt Leistung bis Ende 2017 auf 0,35 Dollar fallen werden. Derzeit liegt das Niveau noch bei 0,50 Dollar.

Rapider Preisverfall bei PV-Modulen und Zellen

Allerdings sind die Kosten in den vergangenen zwei Jahren rapide gefallen. 2010 wurden noch 1,10 Dollar veranschlagt. Mit den am Markt zu erzielenden Preisen seien auch die Kosten für die Herstellung eines Moduls schnell gesunken, schreiben die Autoren. Für den Preisverfall seien vor allem die Überkapazitäten am Markt verantwortlich.

Die Marktforscher von TrendForce aus Taiwan melden ähnliche Zahlen. Ihnen zufolge sind die Produktionskosten für das günstigste chinesische Solarmodul bei 0,54 Dollar je Watt. Die ausländische Konkurrenz komme hingegen auf 0,66 Dollar.

Chinas PV-Industrie braucht neue Absatzmöglichkeiten

Der Vorteil der geringen Kosten ist zugleich eine Schwäche. China ist zwar das führende Land bei der Produktion von Solarmodulen. Von den im ersten Halbjahr weltweit umgesetzten Modulen mit einer Leistung von 15.000 MW wurden 60 Prozent (ca. 9.000 MW) im Reich der Mitte produziert.

Nur ist die Industrie bislang stark vom Export abhängig. Die Hauptmärkte für die Ausfuhren lagen im Jahr 2012 mit einem Anteil von 70 Prozent in Europa, gefolgt von den USA mit zehn Prozent. Die anhaltende Solarkrise und die Einführung von Strafzöllen in den USA und in Europa haben der chinesischen Solarindustrie aber stark zugesetzt. Nach den Boom-Exportjahren sitzen die chinesischen Modul-Hersteller nun auf ihren hohen Überkapazitäten – und die drücken weiter die Preise. Die chinesische Regierung hat zwischenzeitlich auch reagiert und will nun den Heimatmarkt stärker fördern: bis 2015 sollen in China Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von 35.000 MW installiert sein.

Photovoltaik: Warum China jetzt den Binnenmarkt entdeckt


© IWR, 2013