10.03.2015, 11:47 Uhr

RWE erzielt 1,7 Milliarden Euro Gewinn - konstante Dividende

Essen – Der RWE-Konzern teilt mit, seine Ertragsziele für 2014 erreicht zu haben. Zwar sinken nahezu alle wichtigen Finanz-Kennzahlen im Vergleich zum Vorjahr, doch der Essener Energieriese streicht immer noch einen Nettogewinn in Höhe von 1,7 Milliarden Euro ein.

Trotz Effizienzverbesserungen und Wachstumsbemühungen geht RWE davon aus, auch 2015 einen erneuten Ergebnisrückgang hinnehmen zu müssen. Das nachhaltige Nettoergebnis werde sich nach RWE-Angaben voraussichtlich in einem Korridor von 1,1 bis 1,3 Mrd. Euro bewegen. Die RWE-Aktie gibt am Dienstagvormittag bislang um 1,2 Prozent auf 24,07 Euro nach (Stand 11:37 Uhr) und zählt damit zu den Schlusslichtern im DAX.

Sogar die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist gesunken

Bei RWE ist im Jahr 2014 der Außenumsatz um 7,5 Prozent auf 48,5 Mrd. Euro gesunken (2013: 52,4 Mrd. Euro). Die Stromerzeugung ist 2014 um fünf Prozent auf 208,3 Mrd. Kilowattstunden (kWh) gesunken. Gründe dafür waren vor allem ungeplante Revisionen von Braunkohlekraftwerken sowie die Stilllegung des britischen Steinkohlekraftwerks Didcot A im Jahr 2013. Wegen der ebenfalls in 2013 erfolgten Stilllegung des britischen Biomassekraftwerks Tilbury ging auch die Strommenge aus erneuerbaren Energien zurück.

Betriebliches Ergebnis sinkt um 25 Prozent auf vier Mrd. Euro

Wie RWE erklärt, habe sich der schnelle Fortschritt bei der Umsetzung des Effizienzsteigerungsprogramms zwar ertragssteigernd ausgewirkt. Dies habe jedoch nicht ausgereicht, um den Ergebnisrückgang insbesondere in der konventionellen Stromerzeugung auszugleichen. Das anhaltend niedrige Preisniveau im Stromgroßhandel und die ungewöhnlich milde Witterung hätten die Geschäftsentwicklung der RWE AG im Jahr 2014 geprägt. Das betriebliche Ergebnis sank erwartungsgemäß auf 4,0 Mrd. Euro und lag damit 25 Prozent unter dem Vorjahreswert (2013: 5,4 Mrd. Euro). Dagegen fiel das Ebitda mit 7,1 Mrd. Euro besser aus als geplant, hinkt aber immer noch um knapp zehn Prozent hinter dem Wert des Vorjahres zurück (2013: 7,9 Mrd. Euro).

Terium: Krise in der konventionellen Stromerzeugung setzt sich fort

Wie RWE erklärt, wurde das Ziel, Investitionen und Dividende aus den Mittelzuflüssen aus laufender Geschäftstätigkeit zu finanzieren, bereits im Geschäftsjahr 2014 erreicht. Das sei ein Jahr früher als geplant. Insgesamt wurde ein Überschuss von 1,1 Mrd. Euro erzielt. "Wir erfüllen unsere Ziele schneller und besser als erwartet", so Peter Terium, Vorstandsvorsitzender der RWE AG. "Die Krise in der konventionellen Stromerzeugung setzt sich fort. Dennoch wollen wir uns künftig auch wieder auf Wachstumsperspektiven konzentrieren, ohne unsere strikte finanzielle Disziplin aus den Augen zu verlieren."

Dividende bleibt bei einem Euro - deutlich weniger Mitarbeiter

Aufsichtsrat und Vorstand der RWE AG werden der Hauptversammlung am 23. April 2015 für das Geschäftsjahr 2014 eine Dividende von 1 Euro je Aktie vorschlagen. Das entspricht einer Ausschüttung von rund 48 Prozent des nachhaltigen Nettoergebnisses. Künftig wird die Ausschüttungspolitik auf eine breitere Basis gestellt und die bisherige Bindung an eine Zielausschüttungsquote aufgegeben.

Am 31. Dezember 2014 beschäftigte RWE – umgerechnet in Vollzeitstellen – 59.784 Mitarbeiter. Das ist ebenfalls ein deutlicher Rückgang um rund acht Prozent. Dabei hätten Effizienzsteigerungsmaßnahmen, vor allem im britischen Vertriebsgeschäft und in der konventionellen Stromerzeugung, eine zentrale Rolle gespielt. Außerdem führten Verkäufe und Käufe von Gesellschaften dazu, dass per Saldo 5.112 Beschäftigte aus dem Konzern ausschieden.

Weiterer Ergebnisrückgang in 2015 erwartet: EBITDA zwischen 6,1 und 6,4 Mrd. Euro

2015 will RWE das Ziel einer nachhaltigen Effizienzverbesserung von 1,5 Mrd. Euro erreichen, zwei Jahre früher als ursprünglich prognostiziert. Das Effizienzprogramm wird um weitere 500 Mio. Euro auf insgesamt 2 Mrd. Euro aufgestockt, die ab 2017 erzielt werden sollen. Für das Jahr 2015 erwartet RWE trotz weiterer Effizienzverbesserungen und Effekte aus Wachstumsmaßnahmen einen erneuten Ergebnisrückgang. Aus heutiger Sicht erzielt RWE ein EBITDA zwischen 6,1 und 6,4 Mrd. Euro und ein betriebliches Ergebnis zwischen 3,6 und 3,9 Mrd. Euro. Das nachhaltige Nettoergebnis liegt voraussichtlich in einem Korridor von 1,1 bis 1,3 Mrd. Euro.

Quelle: IWR Online
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