28.07.2014, 15:58 Uhr

Solarworld sieht Umsatzziel in Gefahr und lobt US-Zollentscheidung

Bonn – Die Solarworld AG hat im ersten Halbjahr 2014 weniger Umsatz erzielt als selbst erwartet. Nun sieht der Konzern auch das Jahres-Umsatzziel in Gefahr. Die Entscheidung der USA für Strafzölle auf chinesische Solarprodukte begrüßt das Unternehmen.

Im ersten Halbjahr 2014 hat Solarworld nach vorläufigen Angaben den Absatz um 53 Prozent auf 357 Megawatt (MW) gesteigert (H1 2013: 233 MW). Das Umsatzniveau lag jedoch unter den Erwartungen des Unternehmens. Die Solarworld-Aktie klettert.

Guter Absatz in USA, Großbritannien und Frankreich

Zur Absatzsteigerung habe vor allem die dynamische Entwicklung des Geschäfts in den USA, Großbritannien und Frankreich beigetragen. Während der Absatz von Solarmodulen international stark gestiegen ist, lag das Geschäft mit kompletten Systemen insbesondere aufgrund der Schwäche des deutschen Solarmarktes unter Plan, erklärte der Hersteller. Durch das starke Modulgeschäft konnte Solarworld den Konzernumsatz im ersten Halbjahr 2014 um 13 Prozent auf 228 Mio. Euro steigern (H1 2013: 201 Mio. Euro).

Konzernumsatz-Ziel von 680 Mio. Euro wankt

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbesserte sich im 1. Halbjahr 2014 auf 101 Mio. Euro. Hierin sind eine einmalige, nicht cashwirksame Wertberichtung in Höhe von 36 Mio. Euro, die sich aus der Einigung mit Rohstofflieferanten ergeben hat, sowie die Sondereffekte aus der finanziellen Restrukturierung und der Erstbilanzierung der Vermögenswerte der Bosch Solar Energy AG enthalten. Bereinigt um alle oben genannten Sondereffekte stieg das Ebitda auf eine Mio. Euro (H1 2013: –37 Mio. Euro). Das konzernweite Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ist in der ersten Jahreshälfte 2014 auf 81 Mio. Euro gestiegen (H1 2013: –59 Mio. Euro). Ebenfalls bereinigt um die oben genannten Sondereffekte betrug es –19 Mio. Euro.

Die SolarWorld AG verfügt über einen hohen Auftragsbestand und verzeichnet einen dynamischen Auftragseingang. Für das Jahr 2014 erwartet der Konzern daher, seine Wachstumsprognose beim Absatz zu erfüllen. Wenn sich der Absatz im zweiten Halbjahr 2014 wie im bisherigen Jahresverlauf weiter in Richtung Modulliefergeschäft verschiebt, dann sei es aus heutiger Sicht wahrscheinlich, dass das Ziel, den Konzernumsatz im Jahr 2014 auf mehr als 680 Mio. Euro zu steigern, nicht voll erreicht werde. Für das Jahr 2014 erwartet die Solarworld zudem ohne die oben genannten Sondereffekte und die durchgeführte Wertberichtigung ein positives Ebitda sowie, inklusive der Sondereffekte, insgesamt ein positives Jahresergebnis in dreistelliger Millionenhöhe. Für das Jahr 2015 bestätigt das Unternehmen die Prognose, wieder ein positives operatives Ergebnis erzielen zu können.

US-Strafzölle: Wiederherstellung von echtem Wettbewerb

Solarworld begrüßt zudem, dass die US-Regierung die sofortige Einführung eines vorläufigen Antidumpingzolls auf importierte Solarstromprodukte aus China und Taiwan beschlossen hat. Bereits 2012 hatten die USA erste Antidumpingzölle gegen chinesische Solarprodukte eingeführt. Diese wurden aber zunehmend von chinesischen Anbietern umgangen, indem sie Solarzellen aus Taiwan statt aus China verwendeten. Diese Umgehungsmöglichkeit haben die USA nun geschlossen. Dr.-Ing. E.h. Frank Asbeck, CEO und Vorstandsvorsitzender der Solarworld AG: "Das ist ein wichtiger Schritt zur Wiederherstellung von echtem Wettbewerb. Dumping ist ein illegales Mittel, um Marktanteile auf Kosten anderer zu gewinnen. Dabei bleiben technologischer Fortschritt, Produktvielfalt und die Interessen der Kunden auf der Strecke. Es ist gut, dass die US-Regierung nun entschieden dagegen vorgeht. Gerade in einem stark wachsenden Markt wie den USA ist fairer Wettbewerb unabdingbar für die Zukunft der Solarstromtechnologie."

Die Solarworld-Aktie legt im Handel am Montag bislang um 2,9 Prozent auf 15,13 Euro zu (Stand 15:43 Uhr). Nach der Veröffentlichung der Zahlen am Nachmittag aber zeigte die Kurve nach unten. Der Tageshöchstwert der Aktie liegt bei 15,45 Euro.

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