31.08.2026, 16:32 Uhr

Stuttgarts Wasserstoff-Hub wächst: Vier Speicher und KI für mehr Flexibilität


© Stadtwerke Stuttgart

Stuttgart – Die Stadtwerke Stuttgart bauen den Green Hydrogen Hub Stuttgart am Hafen weiter zu einer flexiblen, am Strommarkt ausgerichteten Wasserstoffproduktion aus. Mit der Aufstellung mehrerer Pufferspeicher und einem parallel gestarteten Forschungsprojekt zur KI-gestützten Betriebsoptimierung nehmen sowohl die bauliche als auch die steuerungstechnische Seite des Vorhabens Gestalt an.

Der Green Hydrogen Hub in Stuttgart ist eines von fünf Teilprojekten des übergeordneten Wasserstoffprojekts der Stadtwerke Stuttgart, mit dem das Unternehmen zur Klimaneutralität der Landeshauptstadt bis 2035 beitragen will. Die neuen Pufferspeicher gehören zum Hub selbst, während die Betriebssoftware SCH2EDULIZER ein eigenständiges Teilprojekt bildet. Zusammen fügen sich beide Bausteine in das Konzept einer flexiblen Wasserstoffproduktion und -versorgung ein.

Vier Speicher mit 328 Kubikmetern Volumen am Hafen aufgestellt

Am Standort Stuttgart-Wangen wurden vier Niederdruckspeicher installiert, die jeweils rund 65 Tonnen wiegen und 22 Meter hoch sind. Zusammen bieten sie ein Volumen von 328 Kubikmetern und können bis zu rund 2.100 Kilogramm Wasserstoff aufnehmen. Diese Menge entspricht nach Angaben der Stadtwerke Stuttgart einer Reichweite von bis zu 20.000 Kilometern für einen Wasserstoffbus. Die Speicher sind per Schwerlasttransport angeliefert und mit zwei Kränen montiert worden.

In den Tanks soll perspektivisch mit erneuerbaren Energien erzeugter Wasserstoff zwischengespeichert werden, bevor er über die Wasserstoff-Pipeline oder per Trailer zu Abnehmern transportiert wird. „Die vier unübersehbaren Niederdruckspeicher prägen künftig das Erscheinungsbild unseres Green Hydrogen Hubs. Die Speicher verbinden die Wasserstoffproduktion und -versorgung sinnvoll und flexibel", sagt Peter Drausnigg, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Stuttgart.

Parallel entwickeltes Projekt SCH2EDULIZER soll Elektrolysebetrieb an Strompreise koppeln

Parallel zum Baufortschritt der Speicher haben die Stadtwerke Stuttgart mit dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) das zweijährige Verbundprojekt „SCH2EDULIZER" gestartet. Ziel ist die Entwicklung einer KI-gestützten Software, die den Betrieb der vier Elektrolyseure am Green Hydrogen Hub so steuert, dass vorrangig dann produziert wird, wenn erneuerbarer Strom am Markt günstig verfügbar ist. Batteriespeicher sollen bei höheren Preisen oder zusätzlichem Kapazitätsbedarf einspringen. Das Vorhaben wird über das Programm Invest BW des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums unterstützt.

„Grüner Wasserstoff wird nicht allein durch bessere Technik wirtschaftlicher, sondern auch durch intelligenten Betrieb", sagt Jonas Petzschmann vom ZSW, das die Optimierungsmodelle für das Projekt entwickelt. Die Stadtwerke Stuttgart übernehmen als Praxispartner die praktische Umsetzung: Sie setzen die Software im laufenden Betrieb des Green Hydrogen Hub ein und testen sie dort.

Wasserstoffprojekt als Baustein der Klimaneutralität bis 2035

Das Wasserstoffprojekt der Stadtwerke Stuttgart gliedert sich in fünf Teilprojekte: den Elektrolyseur, die H2 GeNeSiS-Pipeline, den Green Hydrogen Hub selbst, die Software SCH2EDULIZER und das geplante Erweiterungsvorhaben GH2S+. Das Unternehmen versteht das Wasserstoffprojekt insgesamt als zentralen Beitrag zu den Klimazielen der Landeshauptstadt Stuttgart, die bis 2035 klimaneutral werden soll. Sowohl die neu aufgestellten Speicher als auch die in Entwicklung befindliche Steuerungssoftware fügen sich damit in eine Struktur ein, die Erzeugung, Speicherung und marktorientierte Steuerung des Wasserstoffs als aufeinander abgestimmte Bausteine vorsieht.

Ab Ende 2027 soll am Green Hydrogen Hub der Testbetrieb beginnen. Ob sich die angestrebte, am Strommarkt orientierte Flexibilität dann auch im laufenden Betrieb bewährt, wird sich mit der weiteren Entwicklung und Erprobung von SCH2EDULIZER zeigen.

Quelle: IWR Online

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