29.07.2013, 18:05 Uhr

Trotz Gluthitze kein neuer Solarrekord in Deutschland

Münster – Der Sommer hat Deutschland fest im Griff: Bereits in der vergangenen Woche hatte die Wetterlage für viel Sonne und sehr hohe Temperaturen gesorgt. Zwischen einem Tief über Frankreich und einem Hoch über Osteuropa wurde heiße Luft aus der Sahara nach Deutschland transportiert. Selbst der Deutsche Wetterdienst (DWD) spricht von einer „Gluthitze“. Das vergangene Wochenende war demnach das bislang heißeste des Jahres. Doch viel Hitze führt nicht automatisch auch zu neuen Rekordwerten bei der Stromerzeugung aus Photovoltaik(PV)-Anlagen. Dafür sind nämlich nicht die Temperaturen, sondern die Strahlungswerte maßgeblich.

Bisherige Photovoltaik-Rekordleistung in Deutschland: knapp 24.000 MW

Trotz der Sonne und den Rekordtemperaturen ist am vergangenen Wochenende in Deutschland kein neuer Rekord bei der Solarstrom-Erzeugung erzielt worden. Die Solaranlagen erreichten nach den Daten der Strombörse EEX zwar die Marke von 20.000 Megawatt (MW), konnten den Rekord vom Wochenende zuvor jedoch nicht toppen. Dieser PV-Rekord wurde am Sonntag, den 21.07.2013, am frühen Nachmittag erzielt, als Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von 23.950 MW Strom produzierten. Dabei wurde die Marke von 24.000 MW PV-Leistung nur knapp verfehlt. Für die Solarstrom-Erzeugung ist in erster Linie die Globalstrahlung von Bedeutung und nicht die Höhe der Temperaturen. Insbesondere wenn es gebietsweise zur Bildung von Quellwolken und zu Unwettern kommt, reduziert sich die Solarstrahlung.

Stromnachfrage steigt tagsüber - Solarstrom deckt tagsüber den Mehrbedarf

Die Stromnachfrage in Deutschland ist naturgemäß tagsüber deutlich höher als nachts. Die Nachfrage steigt am Tage gegenüber dem niedrigen Nachtniveau bis Mittag durchaus um rd. 50 Prozent an. Demzufolge müssen normalerweise im Verlauf des Tages immer mehr Kraftwerke zugeschaltet werden, um die steigende Stromnachfrage abzudecken. Weil immer mehr Solaranlagen ans Netz gehen, liefern die Photovoltaik-Anlagen tasgüber immer mehr Strom: und zwar genau dann, wenn die Menschen immer mehr Strom benötigen. Für die konventionellen Kraftwerke bedeutet dies, dass die nachts laufenden Kraftwerke weitgehend auf einem konstanten Niveau durchlaufen können und keine oder kaum konventionelle Kraftwerke tagsüber zugeschaltet werden müssen. Am vergangenen Wochenende beispielsweise betrug die Stromnachfrage in der Spitze knapp 60.000 MW. Wegen des hohen Beitrags der PV-Anlagen tagsüber in Höhe von bis zu 20.000 MW wurden konventionelle Kraftwerke mit einer Leistung von lediglich maximal nur etwa 40.000 MW benötigt.

Comeback der Gluthitze ab Donnerstag

Nach einer kurzen Abkühlung erwartet der DWD ab Donnerstag einen erneuten Anstieg der Temperatur und eine Rückkehr der Hitze. Am kommenden Wochenende werde sich zeigen, ob die bisherigen Jahreshöchstwerte von Dauer seien. Ein Comeback der Gluthitze ist sehr wahrscheinlich, so der DWD. Zudem werden weitere Unwetter erwartet. Ob ein neuer Rekordwert bei der Solarstromerzeugung ansteht, bleibt abzuwarten.

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