09.10.2014, 15:42 Uhr

Windreich-Insolvenz: Willi Balz wieder Geschäftsführer

Stuttgart / Wolfschlugen – Der Unternehmer Willi Balz hat sich als alleiniger Gesellschafter wieder an die Spitze des Unternehmens gehoben. Zusammen mit Werner Heer stellt Willi Balz nun die Geschäftsführung der Windreich GmbH. Das hat auch Auswirkungen auf die geplanten Offshore-Projekte wie Global Tech I.

Die Windreich GmbH hat im letzten Jahr die Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Drei Tage darauf hatte Willi Balz seine Tätigkeit als Geschäftsführer der Windreich GmbH aufgegeben und seine Anteile an dem Unternehmen treuhänderisch an Prof. Dr. Simon aus der Rechtsanwaltskanzlei Flick Gocke Schaumburg übergeben. Dies sei Auflage gewesen um in die Eigenverwaltung übergehen zu können, erklärte Rechtsanwalt Dr. Grub auf Anfrage von IWR Online. Nachfolger von Willi Balz wurde Werner Heer. Im Dezember 2013 ist die Windreich GmbH dann in die geordnete Insolvenz übergegangen. Dadurch hatte die Geschäftsführung ihre Verfügungsbefugnis verloren.

Geschäftsführer ohne Führung

Im September sind nun die Anteile an der Windreich GmbH wieder in den Besitz von Willi Balz übergegangen. Dadurch ist es ihm möglich, sich selbst als Geschäftsführer einzustellen. Durch die Einstellung als Geschäftsführer hat Balz die Möglichkeit, dem Insolvenzgericht einen Insolvenzplan vorzulegen. Diesen darf laut Insolvenzordnung nur der Schuldner oder der Insolvenzverwalter an das Insolvenzgericht überreichen. Mehr jedoch nicht, da die Geschäftsführung weiterhin keine Verfügungsbefugnis hat. Die Insolvenzpläne sollen bis November 2014 ausgearbeitet werden. Dies gilt auch für Willi Balz persönliches Insolvenzverfahren. Unterstützt wird er dabei von Rechtsanwalt Dr. Volker Grub aus der Stuttgarter Kanzlei Grub Brugger. Grub erläuterte gegenüber IWR Online, das private Insolvenzverfahren von Willi Balz sei darauf zurückzuführen, dass Willi Balz für die Schulden der Windreich GmbH gebürgt habe. Zudem erklärte der Jurist, dass das Insolvenzverfahren weiter im Regelverfahren laufe. Nach Übergabe des Insolvenzplans an das Insolvenzgericht habe der Insolvenzverwalter Blümle aber nur noch Überwachungsaufgaben und der Geschäftsbetrieb könne wieder durch Balz erfolgen.

Gläubiger sollen befriedigt werden

Der Insolvenzplan soll die Fortführung der Windreich GmbH beinhalten. Dadurch sollen die 25 Windparkprojekte in der Nord- und Ostsee, die sich in der Planung befinden, verwirklicht werden. In diesen Tagen wurden die 80 Windkraftanlagen in der Nordsee des von Windreich geplanten Projekts Global Tech I mit einer Leistung von 400 Megawatt(MW) fertig gestellt. Aus dem Verkauf der Geschäftsanteile an dem Projekt Global Tech I verspricht sich Balz einen Verkaufserlös von 150 Millionen Euro. Damit will er die finanzielle Grundlage für die Fortführung der Windreich GmbH schaffen.

Mit dieser Aktion soll auch eine hohe Befriedigungsquote für die normalen Gläubiger erreicht werden. Die gesicherten Gläubiger sollen dann vom Kauferlös des ersten Windparkprojektes bereits im nächsten Jahr befriedigt werden. Nicht gesicherte Gläubiger, vor allem Anleihegläubiger, sollen nach Fertigstellung und Verkauf der nächsten Windparkprojekte bedient werden. Damit sollen alle Bürgen befriedigt werden und sowohl das Insolvenzverfahren der Windreich GmbH als auch das von Willi Balz privat geführte Verfahren abgeschlossen sein.

Rechtsanwalt Grub: Projekte haben die volle politische Unterstützung der Bundesregierung

„Es lohnt sich, die Windreich GmbH mit ihren zahlreichen Windparkprojekten in der Nord- und Ostsee fortzuführen. Diese Projekte werden einen erheblichen Einfluss auf die Energieversorgung in Deutschland nehmen und haben die volle politische Unterstützung der Bundesregierung“, so Rechtsanwalt Grub abschließend.

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