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12.01.2016, 08:29 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Grüne loben Kohleausstiegs-Pläne von Agora Energiewende

Berlin – Das Energiepolitik-Institut Agora Energiewende hat einen Kohle-Ausstiegplan für Deutschland bis 2040 vorgelegt. Es soll ein "konsensorientierter Vorschlag für einen geordneten Rückzug aus der klimaschädlichen Verstromung von Braun- und Steinkohle bis zum Jahr 2040" sein. Grünen-Energiepolitiker Oliver Krischer findet die Herangehensweise richtig.

Der Vorschlag von Agora Energiewende benennt zur schrittweisen Dekarbonisierung im Stromsektor elf wesentliche Eckpunkte. Zunächst sollen ab 2018 maximal 3.000 Megawatt (MW) Leistung pro Jahr stillgelegt werden.

Agora für „Runden Tisch Nationaler Kohlekonsens“ – keine neuen Braunkohletagebaue
„Wir schlagen der Bundesregierung vor, zeitnah einen ‚Runden Tisch Nationaler Kohlekonsens‘ einzuberufen“, sagt Dr. Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. Hierbei gehe es um einen vertrauensvollen Dialogprozess unter allen Beteiligten, in dem ausgewogene und faire Kernelemente des Abschieds von der Kohleverstromung ausgehandelt werden.

Damit Deutschland seine Klimaschutzziele einhalten könne und gleichzeitig die Sicherheit und Bezahlbarkeit der Stromversorgung erhalten bleibe, schlägt Agora Energiewende vor, zunächst bis zu 3.000 MW an Kohlekraftwerken pro Jahr stillzulegen. Das entspricht etwa drei bis vier großen Kraftwerken. Damit soll ab 2018 begonnen werden. „Um die Klimaschutzziele zu erreichen, sollte 2040 das letzte Kohlekraftwerk vom Markt gehen“, stellt Graichen fest. „Zudem ist es unumgänglich, dass künftig keine neuen Braunkohletagebaue mehr aufgeschlossen werden.“

Graichen hat bei den Plänen auch die Energiewirtschaft im Blick. Diese habe ein Recht auf Planungssicherheit und Verlässlichkeit. „Wenn die Politik aber beim Thema ‚Dekarbonisierung des Stromsystems‘ weiter den Kopf in den Sand steckt, dann schafft das die größtmögliche Verunsicherung für alle Beteiligten“, warnt Graichen.

Krischer: Es geht beim Kohleausstieg nur noch um das "Wie"
Unterstützung bekommt der Berliner Think Tank mit rund 20 Mitarbeitern, der als gemeinsame Initiative der Stiftung Mercator und der European Climate Foundation an den Start gegangen ist, aus der Opposition. Oliver Krischer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, ist der Auffassung, dass es beim Kohleausstieg längst nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wie geht. Es sei nun an der Zeit, dass die Bundesregierung und die Kohle-Bundesländer das in aller Klarheit aussprechen. Krischer weiter: „Nur mit einem klaren Ausstiegsfahrplan kann Klimaschutz nach den Verpflichtungen Deutschlands im Pariser Abkommen erfolgreich sein. Ein gut organisierter Strukturwandel in NRW und in Ostdeutschland braucht einen klaren Ausstiegsfahrplan. Es ist ein richtiger Weg – so wie die Agora-Energiewende es vorschlägt – über das Wie des Kohleausstiegs einen gesellschaftlichen Konsens herzustellen. Die Erfahrungen aus Atomkraft und Steinkohlebergbau haben uns gelehrt, dass nur so gesellschaftliche Dauerkonflikte vermieden werden können. Alles andere schadet dem Land, den Kohleregionen und vor allem dem Klima und der Umwelt.“

Quelle: IWR Online
© IWR, 2016

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