23.02.2016, 12:23 Uhr

ZSW findet Betreiber für Power-to-Gas-Anlage

Stuttgart - Im vergangenen Jahr hat das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) potenzielle Betreiber für eine Power-to-Gas-Anlage mit einer Anschlussleistung von mindestens einem Megawatt (MW) gesucht. Nun ist das Institut für dieses geförderte Leuchtturmprojekt fündig geworden. Der erzeugte Wasserstoff soll dabei für die Mobilität genutzt werden.

Im Rahmen des öffentlichen Vergabewettbewerbs hat sich der Wasserkraft-Spezialist Energiedienst mit seinem Konzept durchsetzen können. Der Versorger, der wiederum zu zwei Dritteln dem Energiekonzerns EnBW gehört, wird direkt an seinem Laufwasserkraftwerk im südbadischen Wyhlen die Power-to-Gas-Anlage zur Herstellung von erneuerbarem Wasserstoff betreiben.

Wasserstoff für mehr als 1.000 Brennstoffzellenfahrzeuge

Die industrielle Power-to-Gas-Anlage ist das zentrale Element des vom ZSW koordinierten Leuchtturmprojektes. Ziel ist es dabei, diese Technologie fit für den Mobilitätsmarkt zu machen. Die geplante Megawatt(MW)-Elektrolyse wird am Laufwasserkraftwerk Wyhlen im Landkreis Lörrach errichtet und soll ab 2017 in den kommerziellen Betrieb gehen. Energiedienst wird mit einem Teil seines dort erzeugten Ökostroms regenerativen Wasserstoff produzieren. Dieser sogenannte „eH2“ soll anschließend in der Wasserstoff-Mobilität genutzt werden. Perspektivisch können laut ZSW mit dieser Anlage mehr als 1.000 Brennstoffzellenfahrzeuge klimaneutral fahren.

Wasserkraft sorgt per Power-to-Gas für Wassestoff

„Der Standort Wyhlen und der Betreiber Energiedienst erfüllen alle Voraussetzungen für einen erfolgreichen und dauerhaften Betrieb der Anlage. Die Rahmenbedingungen in diesem industriellen Umfeld sind zudem ideal, um unsere technologischen Weiterentwicklungen zu erproben“, erklärt Dr. Michael Specht, Leiter des ZSW-Fachgebiets Regenerative Energieträger und Verfahren. Die Kombination aus Power-to-Gas und Wasserkraft sei optimal, so Specht. „Mit Power-to-Gas wird die konstante Stromerzeugung aus Wasserkraft flexibel und nachfrageorientiert; zugleich kann mit dem 100-prozentigen Ökostrom CO2-freier Wasserstoff für die nachhaltige Mobilität der Zukunft erzeugt werden.“

Im Rahmen des von der baden-württembergischen Landesregierung mit insgesamt 4,5 Millionen Euro geförderten Projektes wird neben der 1 MW Power-to-Gas-Anlage nach heutigem Stand der Technik eine optimierte 300-Kilowatt-Elektrolyse des ZSW und seiner Partner erprobt. Die Betriebsweisen der beiden Anlagen werden vermessen und ausgewertet. So wollen die Forscher der Industrie einen Leitfaden für den effizienten und wirtschaftlichen Betrieb von Power-to-Gas an die Hand geben. Neben der Kernkomponente Elektrolyse sollen dazu auch die weiteren Bauteile, wie etwa Verdichter, Gleichrichter und Druckbehälter, analysiert werden, um sie künftig effizienter und kostengünstiger produzieren zu können. Von den Ergebnissen sollen Energieversorger, Automobilhersteller und Unternehmen aus dem Maschinen-, Komponenten- und Anlagenbau profitieren.

Quelle: IWR Online

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