30.10.2009, 14:20 Uhr

Gemeinschaftsprojekt Mountaineer: Erstmals CO2-Abtrennung und -Speicherung in einem Kraftwerk

Essen - In New Haven, West Virginia, wird heute erstmals an einem Steinkohlenkraftwerk eine Demonstrationsanlage mit CO2-Abscheidung und gleichzeitiger CO2-Speicherung (CCS) mit 20 Megawatt Leistung in Betrieb genommen. Mit der Anlage sollen mehr als 100.000 Tonnen CO2 pro Jahr abgetrennt und über eine Transportleitung vor Ort in Salzwasser führenden Sandsteinschichten gespeichert werden. American Electric Power (AEP), der führende Stromproduzent in den USA, Alstom und RWE bringen das Projekt gemeinsam voran. Für das Vorhaben, das im AEP-Steinkohlenkraftwerk Mountaineer (1.300 MW) realisiert wird, hat Alstom den "Chilled Ammonia Process" entwickelt. Hierbei handelt es sich um ein Abscheideverfahren auf Basis von Ammoniak, mit dem das CO2 nach der Verbrennung aus dem Rauchgas abgeschieden wird.

Schon seit 2002 finden in den USA standortspezifische Untersuchungen zu CO2-Speichermöglichkeiten statt. Für den Kraftwerksstandort Mountaineer konnte mit Hilfe einer rund 2.740 Meter tiefen Erkundungsbohrung sowie durch seismische Studien nachgewiesen werden, dass der Standort für die CO2-Speicherung in tiefen geologischen Schichten geeignet ist. Das Battelle Memorial Institute, ein weltweit tätiges Wissenschafts- und Technologieunternehmen, das in der Erforschung der CO2-Speicherung führend ist, berät bei der geologischen Speicherung. RWE Dea bringt ihre Expertise aus dem Upstream- und Gasspeichergeschäft ein.

RWE Power hat bereits Ende August am Braunkohlenkraftwerksstandort Niederaußem eine Pilotanlage zur CO2-Abtrennung in Betrieb genommen. Im Rahmen einer Kooperation mit BASF und Linde wird hier ein verbesserter CO2-Wäscheprozess erprobt, mit dem moderne Kohlen- oder auch Gaskraftwerke ab 2020 nachgerüstet werden könnten. Mit dem Neun-Millionen-Euro-Projekt soll eine Schlüsseltechnologie für eine klimaschonendere Stromerzeugung weiterentwickelt werden. Stündlich wäscht die Pilotanlage etwa 300 Kilogramm CO2 aus einem Teilstrom der Kraftwerksrauchgase. Der Abscheidegrad beträgt hierbei 90 Prozent. In der Anlage werden alle Aspekte der CO2-Wäsche unter realen Bedingungen untersucht. Die Nutzung des abgetrennten Kohlendioxids ist Gegenstand weiterer Forschungsaktivitäten.

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