25.03.2014, 12:10 Uhr

Deutsche Finanzierung für den größten afrikanischen Windpark südlich der Sahara

Köln – Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft, kurz DEG, beteiligt sich am Bau eines Windparks im Nordosten Kenias. Bis 2017 sollen am Turkanasee 365 Windturbinen aufgestellt werden, um die Energieversorgung in Kenia zu verbessern.

Die DEG stellt für die Errichtung ein Darlehen in Höhe von 20 Mio. Euro bereit. Weiteres Kapital kommt von der Europäischen Investitionsbank, der African Development Bank und weiteren europäischen und afrikanischen Entwicklungs- und Geschäftsbanken. Das gesamte Investitionsvolumen beträgt über 600 Mio. Euro.

300 Megawatt Gesamtkapazität

Nach Abschluss des Projektes sollen die Windturbinen, die alle vom dänischen Hersteller Vestas kommen, eine Leistung von 300 Megawatt (MW) erreichen. Zusätzlich sind weitere Investitionen in die Infrastruktur geplant, um die Anlagen auch an das Stromnetz anzubinden. Neben ergänzender Infrastruktur am Windpark, die überwiegend von Siemens geliefert wird, ist auch der Bau einer 428 km langen Stromtrasse durch den kenianischen Netzbetreiber Kenya Electricity Transmission Company vorgesehen. Um das Projektgelände mit der Fernstraße A2 (Äthiopien – Nairobi) zu verbinden wird ein 200 km langer Straßenabschnitt gebaut. Sobald der Windpark ans Netz geht, soll dieser 17 Prozent des Stromverbrauchs ins Kenia decken. Dabei erstrecken sich die Anlagen auf eine Fläche von über 160 km².

Rural Electrification Masterplan

Das „Lake Turkana Wind Power Project“ ist dabei Teil eines Plans der kenianischen Regierung die Stromversorgung im Land zu verbessern. Das Ziel der Regierung ist es bis 2030 allen Einwohnern den Zugang zu Elektrizität zu gewährleisten. Zu diesem Zweck setzt die Regierung auf eine Einspeisevergütung für Strom aus erneuerbaren Quellen und die Förderung von kleinen Wasserkraft-, Windkraft- und Solaranlagen in netzfernen Regionen. Auch der geplante Windpark profitiert von den Einspeisetarifen. Den Betreibern der Anlagen, ein Konsortium europäischer Firmen, wird per Vertrag ein auf 20 Jahre festgelegter Preis garantiert. In Kenia werden derzeit noch weitere Windprojekte mit einer Gesamtkapazität von über 300 MW geplant.

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