20.03.2015, 11:29 Uhr

USA sind Elektromobilitäts-Weltmeister vor Japan und China

Stuttgart – Beim Ausbau der Elektromobilität durch die Nutzung von Elektroautos haben die USA weltweit die Nase vorn. Auf dem Treppchen der Staaten mit den meisten gemeldeten Elektroautos folgen Japan und China. Überraschend gut schneidet Norwegen ab, Deutschland hinkt hinterher.

Das geht aus einer neuen Analyse für den Elektrofahrzeug-Markt 2015 vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) hervor. Demnach können weiter enorme Zuwächse auf dem weltweiten Markt für Elektrofahrzeuge verzeichnet werden. Weltweit sind derzeit zwar erst gut 740.000 Elektroautos auf den Straßen unterwegs, doch die Marktdynamik ist groß.

Zuliefermarkt für Elektroautos erreicht 2-Milliarden-Euro-Marke

Mehr als 740.000 Elektroautos sind momentan laut ZSW weltweit unterwegs. Fast die Hälfte davon kam dabei alleine 2014 dazu. Voriges Jahr wurden etwa 320.000 Fahrzeuge neu zugelassen. Der der Zulieferermarkt für Fahrzeug-Akkus hat mit etwa zwei Milliarden Euro beachtliche Umsätze erzielt. Nissan Leaf, Tesla Model S und der Mitsubishi Outlander Plug-In führen die Zulassungsstatistiken 2014 an.

Die USA, Japan und China belegen weiter die Treppchen

Auf knapp eine Dreiviertel Million hat das ZSW in seiner neuesten Analyse die Zahl der Elektro-Autos berechnet. Zu den Staaten mit den höchsten absoluten Zuwächsen zählen demnach vor allem die USA, deren Bestand an Strom betriebenen Pkw um ca. 117.000 (bzw. 69 Prozent) auf insgesamt rund 290.000 gewachsen ist. Gemessen am Bestand sind die USA damit nach wie vor international führend. Auch in China ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen: um fast 54.000 auf knapp 100.000 Elektro-Fahrzeuge, was einer Erhöhung von etwa 120 Prozent entspricht. China belegt somit im Vergleich der Bestandszahlen Rang drei – knapp hinter Japan. Dort wurde die Marke von 100.000 Elektroautos überschritten bei einer allerdings vergleichsweise niedrigen Zuwachsrate von 45 Prozent.

Marktanreizprogramme für E-Autos sorgen für Ausbau-Erfolge im Ausland

Laut ZSW sind vor allem Marktanreizprogramme für eine erfolgreiche Entwicklung der Elektromobilität verantwortlich. China geht inzwischen sogar dazu über, nur noch einheimische Elektro-Fahrzeuge zu fördern und unterstreicht damit die industriepolitische Bedeutung. Deutschland belegt mit 29.550 (2013: 17.890) Elektrofahrzeugen beim Bestand auf Platz 7 und bei den Neuzulassungen (ca. 11.700) nur Platz 8. Damit ist Deutschland trotz eines Zuwachses von fast 65 Prozent noch weit entfernt vom Ziel der Bundesregieung, bis 2020 eine Millionen Elektrofahrzeugen auf die Straße zu bringen.

Norwegen relativ gesehen weiter die Nummer eins

Wie in den vergangenen Jahren wird derweil Norwegen weiterhin seiner Vorreiterrolle gerecht. Um 113 Prozent auf insgesamt gut 43.400 steigt dort der Elektroauto-Bestand, das bedeutet Platz 6 hinter Frankreich (Platz 4, 48.300 Elektroautos) und Niederlande (Platz 5, 45.090 Elektroautos). In dem skandinavischen Land sind insgesamt rund 2,64 Mio. Pkw registriert – somit wird dort die Elektromobilität mit einem Anteil von gut 1,6 Prozent schon im Alltag sichtbar. Daran gemessen ist Norwegen weltweiter Spitzenreiter. Zum Vergleich: In Deutschland ist dieser Anteil kleiner als 0,1 Prozent aus.

Quelle: IWR Online
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