14.05.2018, 12:04 Uhr

Forscher produzieren grünes Methan aus Windgas

Düsseldorf, Münster – Die Power-to-Gas-Technologie gilt als zukunftsweisend für die Speicherung von regenerativem Überschuss-Strom. Eine Power-to-Gas-Anlage im brandenburgischen Falkenhagen wurde jetzt um eine Methanisierung erweitert. Die Flexibilität wird dadurch erheblich gesteigert.

Bislang produzierte die Power-to-Gas-Anlage im brandenburgischen Falkenhagen reinen Wasserstoff. Durch die Ergänzung einer Methanisierung im Rahmen des internationalen Forschungs-Verbund-Projektes Store & Go kann mit der Anlage jetzt auch „grünes Methan“ erzeugt werden. Ein wichtiger Schritt für eine erfolgreiche Energiewende.

Methanisierung erhöht Flexibilität von Power-to-Gas

Im Rahmen des internationalen Forschungsprojektes Store & Go wurde die Methanisierungsanlage als Erweiterung der bestehenden Power-to-Gas-Anlage in Falkenhagen jetzt offiziell eröffnet. Mit der bisherigen Anlage konnte reiner Wasserstoff ("Windgas") direkt ins Erdgasnetz eingespeist werden. Die neue Methanisierung ermöglicht die Erzeugung von "grünem" Methan. Dabei wird der regenerativ erzeugte Wasserstoff in diesem zweiten Schritt mit CO2 aus einer Bio-Ethanol-Anlage zu Methan (CH4), d.h. synthetischem Erdgas, umgewandelt. Das ist, so die Projektbeteiligten, ein wichtiger Beitrag für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende, da grünes Methan vielfältiger eingesetzt werden kann als grüner Wasserstoff: Es kann verschiedenen Marktsektoren, wie dem Strom- und Wärmemarkt, der Industrie sowie der Mobilität zur Verfügung gestellt werden. Außerdem ermöglicht es die unbeschränkte Nutzung der Erdgasinfrastruktur z.B. für Transport und Speicherung. Die so gespeicherte Energie steht immer als Reserve bereit, insbesondere wenn Sonne und Wind nicht im erforderlichen Umfang verfügbar sind.

Store & Go untersucht Integration von Power-to-Gas in Energiesystem

Im Projekt Store & Go arbeiten 27 Partner aus sechs Ländern zusammen, um die Möglichkeiten der Integration von Power-to-Gas-Anwendungen in das europäische Energienetz zu untersuchen und vor allem die Methanisierung von Wasserstoff als wichtigen Schritt für die Energiewende voranzutreiben. Die Power-To-Gas-Pilotanlage "WindGas Falkenhagen" wurde 2013 errichtet, um Windenergie im Erdgasnetz zu speichern. Im Juli 2017 wurde der Grundstein für die Methanisierungsanlage direkt neben dem bestehenden Standort gelegt. Diese Systemerweiterung konnte nun planmäßig fertiggestellt werden. Die Methanisierungsanlage produziert bis zu 57 m³/h SNG (Synthetic Natural Gas, bei Normaldruck und -temperatur), was in etwa einer Leistung von 600 kWh/h entspricht. Mit dieser Energiemenge könnte eine 50-m²-Wohnung etwa einen Monat lang beheizt werden. Zudem wird die beim Prozess entstehende Wärme von dem benachbarten Furnierwerk genutzt.

24 monatige Betriebs- und Untersuchungsphase

Gemeinsam mit den Standortpartnern Thyssenkrupp Industrial Solutions, der Forschungsstelle des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wurde die innovative, großtechnische Anlage realisiert und soll im Rahmen des Projekts 24 Monate betrieben und untersucht werden.

Quelle: IWR Online

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