04.03.2019, 12:44 Uhr

EnBW stärkt Fokus auf Handel und Solarenergie

Stuttgart - Der Energieversorger EnBW mischt im Windenergie-Sektor bereits kräftig mit. Nun soll ein Ausbau des Handels und der Solarenergie mithelfen, den erwarteten Ertragsrückgang in der konventionellen Stromerzeugung zu kompensieren.

Für die EnBW rückt nach der Windenergie nun das Thema Solarenergie zunehmend in den Fokus. Möglich machen das die gesunkenen PV-Preise.

EnBW erwartet im Bereich erneuerbare Energien weiteres Wachstum

In einem Interview mit der Börsen-Zeitung erläuterte CFO Thomas Kusterer die zukünftige EnBW-Ausrichtung. Neben der Solarenergie will EnBW die Handelssparte regional und strukturell ausbauen. Aktuell liege der Beitrag des Handels bei 150 bis 200 Mio. Euro pro Jahr, das soll in den nächsten drei bis fünf Jahren 100 Mio. Euro mehr werden. Operativ will der EnBW-Konzern bis 2020 ein Ergebnis von 2,4 Mrd. Euro erreichen. Bis dahin soll der große Umbau "erledigt sein". Auch bei der Finanzierung soll es Anpassungen geben. Bereits Ende 2018 wurde ein erster grüner Bond ausgegeben. Kusterer geht laut Börsen-Zeitung davon aus, dass "die Emission von grünen Finanzprodukten mit hoher Wahrscheinlichkeit" der Weg in der künftigen Fremdkapitalfinanzierung sein werde.

EnBW hätte sich CO2-Mindestpreis gewünscht - Internationalisierung notwendig

Kusterer begrüßt nicht nur die geplante Förderung der Umstellung von Kohle auf Gas, sondern auch, dass der Kohleausstieg einen Stilllegungszeitraum für die Kohlekraftwerke und zudem ein Gesamtkonzept für den Sturkturwandel beinhaltet. Kusterer hätte sich laut Börsen-Zeitung aber ein Bekenntnis zu einem CO2-Mindestpreis gewünscht. Ein solcher Mindestpreis würde das Risiko für den Ausbau von Gaskraftwerken und erneuerbaren Energien senken, weil des den Strom-Großhandelspreis "nach unten hin abgefedert hätte."

EnBW wird sich in Zukunft auch noch stärker international ausrichten müssen. Ohne Kernenergie und Kohle wird sich danach perspektivisch die Stromerzeugung von 70 Mrd. kWh im Jahr 2010 auf dann rd. 35 Mrd. kWh halbieren. Deshalb brauche man die Internationalisierung und müsse auch die Position des EnBW-Handels mit Rohstoffen wie Strom, Kohle, Gas, Öl und CO2 klären.

Quelle: IWR Online

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